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Die großen Ernährungsirrtümer

Gesund ist nicht automatisch kalorienarm – die VN decken die größten Essfallen von Olivenöl bis Ananas auf.

Wer abends Salat isst, kann nicht schlafen. Olivenöl ist das gesündeste Speiseöl. Mit „Light“-Produkten verringert man sein Gewicht. Diese und viele andere Aussagen sind verwirrend und oft falsch. Mag. Rita Kichler, Gesundheitsreferentin des Fonds Gesundes Österreich, erklärt gemeinsam mit den VN einige dieser Irrtümer.

Vom Essen am Abend wird man dick

„Stimmt so nicht!“, erklärt Rita Kichler, „denn egal, wann man isst, die Kalorien zählen immer gleich viel.“ Dennoch ist es ratsam, sich des alt bekannten Spruchs zu erinnern „Iss morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein Edelmann und abends wie ein Bettler“, denn ein üppiges Mahl am Abend kann zu Völlegefühl und Magendrücken führen und somit die nächtliche Erholungsphase beeinträchtigen.

Obst- und Gemüse-Nektar ist fruchtiger als Saft

 In der griechischen Mythologie ist „Nektar“ das Getränk der Götter. Dies lässt vermuten, dass die Bezeichnung Nektar auf reine Fruchtsäfte zutrifft. Tatsächlich enthalten jedoch die als Fruchtnektar angebotenen Getränke zwischen 25 und 50 Prozent Mindestgehalt an Früchten. Zudem wird Wasser und bis zu 200 Gramm oder 20 Prozent Zucker pro Liter zugesetzt. Kichler empfiehlt, „reine Säfte zu konsumieren, die zu 100 Prozent aus Früchten oder Gemüse hergestellt werden, denn diese enthalten die Vorzüge aller Inhaltsstoffe.

Margarine verhilft zu einer schlanken Linie

Margarine und Butter enthalten die gleiche Menge Fett, rund 80 Prozent. Der Kaloriengehalt dieser beiden Fette ist fast ident. Und an der Frage, ob Butter oder Margarine besser ist, scheiden sich die Geister. Sparsamer Gebrauch ist jedoch bei beiden Streichfetten angesagt.

Frisch gepresste Säfte haben kaum Kalorien

Da aber auch Früchte und somit Fruchtsäfte von Natur aus Zucker enthalten (frisch gepresster Orangensaft enhält pro Deziliter drei Würfelzucker), wird geraten, sie mit Wasser oder Mineralwasser zu verdünnen.

Ananas – der vermeint­liche Fettfresser

Dass Ananas gesund ist, ist unbestritten. Doch dass die exotische Frucht auch ein Fettfresser ist, ist falsch. Die angeblich dafür verant- wortlichen Enzyme werden im Darm verbrannt und gelangen nie zu den Speckpolstern. Abnehmen kann man also genauso gut mit einem Apfel. Beide haben pro 100 Gramm rund 50 Kalorien. Trotz allem eignet sich Ananas durchaus für eine Diät: sofern man sie nicht in rauen Mengen isst.

Fructose ist der gesündere Zucker

 Fructose (Fruchtzucker) ist ein Einfachzucker, der u.a. in Obst und Honig vorkommt, aber auch Bestandteil verschiedener Zuckerarten wie der Saccharose (Haushaltszucker) ist und in reiner Form als Süßungsmittel im Handel erhältlich ist. Viele Lebensmittel und Getränke werden neuerdings mit Fructose versüßt. Gesünder als Haushaltszucker ist Fructose allerdings nicht, denn ähnlich wie dieser ist Fructose sehr energiereich.

Essfalle Restaurant

Salatdressings und die Brotkörbe in Restaurants haben es in sich: Im Gasthaus greift man in ein Gespräch vertieft immer wieder mal zum Brotkörbchen. Mit der Folge, dass man satt ist, wenn das Essen serviert wird. Tipp: nicht mit Heißhunger ins Restaurant gehen. Finger weg auch von gesunden Salattellern, die mit kalorienreichen Dressings den Snack zur deftigen Mahlzeit machen. Eine Portion Dressing kann bis zu 150 Kalorien haben. Nicht zu unterschätzen ist auch der cremige Latte Macchiato nach dem Essen. Das Modegetränk Nr. 1 aus heißer Milch und Espresso hat bereits ungezuckert 186 Kalorien. Ein Kaffee im Vergleich hat nur 18 Kalorien.

Rohes Gemüse ist immer gesund

 Wie die meisten Pauschal-Wahrheiten trifft auch diese nicht zu. „Für bestimmte Gemüsesorten ist Kochen sogar ein Muss“, so Rita Kichler, „zum Beispiel für rohe Hülsenfrüchte, deren gesundheitsschädliche Stoffe erst durch die Hitze deaktiviert werden.

Olivenöl ist für die Gesundheit besser als andere Ölsorten

 Das Olivenöl hat in den letzten 20 Jahren als Teil der Mittelmeerküche einen Siegeszug angetreten. Es wird als das gesündeste Öl verehrt. „Im Direktvergleich der Inhaltsstoffe“, meint Rita Kichler, „schneidet Olivenöl jedenfalls nicht besser ab als zum Beispiel Rapsöl.“ Beide enthalten ähnlich viele einfach ungesättigte Fettsäuren und können sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken, belasten die Kalorienbilanz jedoch gleich und verglichen mit Butter sogar ein wenig mehr.

Obst am Abend gärt im Magen

 „Wer am Abend zu Obst greifen will“, so Mag. Kichler, „sollte sich nicht vom Irrtum abhalten lassen, dass die Früchte dann im Darm ‚gären‘. Solche Gärprozesse sind zwar theoretisch möglich, sie erfolgen aber unabhängig von der Uhrzeit.“ Die Voraussetzung dafür ist, dass bereits angegorenes Obst, angegorene Säfte oder andere noch aktive Hefen enthaltende Nahrungsmittel, die durch die Magensäure nicht vollständig inaktiviert werden konnten, verzehrt wurden.

Verführung Jumbopackung

Schlagen sie verführerischen Großpackungen ein Schnippchen: Portionieren sie den Inhalt und essen sie ihn nicht aus der Tüte. Denn die Jumbopackungen verändern das Augenmaß und verführen zum mehr essen.

„Diät“-Produkte sind gut für die Figur

 „Diät“-Produkte sind nicht gleichzusetzen mit kalorienarm. Es handelt sich dabei um diätetische Lebensmittel und Getränke, die für Personen mit speziellen Bedürfnissen entwickelt wurden. Diätschokolade ist beispielsweise eine für Diabetiker entwickelte Schokolade, bei der Saccharose (Haushaltszucker) durch Zuckeraustauschstoffe ersetzt wird. Der Fettanteil entspricht jedoch dem einer herkömmlichen Schokolade.

„Light“-Produkte sorgen für leichteres Gewicht

 Der Begriff „light“ oder „leicht“ ist jedoch im Lebensmittelrecht weder exakt definiert noch geschützt. Er kann für „kalorienarm“, „kalorienreduziert“, „nährstoffreduziert“, „fettarm“ oder „wenig Zucker“ stehen. Ebenso kann „light“ aber „leicht gesalzen“, „alkoholarm“ oder „leicht bekömmlich“ bedeuten. Es ist nicht notwendig, bei der Gewichtsreduktion auf Light-Produkte zurückzugreifen.

Kartoffeln machen dick

Dieses Gerücht hält sich hartnäckig. „Wahr ist, dass man mit kohlehydratreicher Nahrung und Kartoffeln richtig gut fährt. Das gilt allerdings nicht für Pommes oder Chips“, erläutert Kichler. Kartoffeln sind sehr empfehlenswert, vor allem wenn sie fettarm zubereitet sind.

Nur das Ketchup zu den Pommes macht dick

Dass nur das Ketchup der Portion Pommes die Kalorienzufuhr in die Höhe treibt, ist falsch. Eine kleine Fastfood-Portion der frittierten Kartoffeln hat 320 Kalorien – eine Portion Ketchup 27.

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