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Die gebremste Freude am Skilehrerdasein

Das Angebot an Skikursen wird zurückgefahren.
Das Angebot an Skikursen wird zurückgefahren. ©Gmeiner
Klösterle (VN-mm) - Interesse an der Ausbildung ist rückläufig. Skischulen sparen auch Personal ein.

Über 150 der rund 2000 Skilehrer im Land haben bislang um eine Konzession als Freiberufler angesucht und die Bewilligung erhalten. Möglich wurde das durch die im Sommer vom Landtag beschlossene Änderung des Skischulgesetzes. Ob diese Maßnahme eine Zerschlagung der bestehenden Skischulstrukturen verhindern kann, muss sich erst weisen. Schon absehbar sind andere Folgen. „Einige Skischulen haben ihr Angebot speziell bei den Kinder- und Anfängerkursen zurückgefahren“, sagt der Präsident des Skilehrerverbandes, Erich Melmer. Auch das Interesse an der Skilehrerausbildung ließ seinen Aussagen zufolge deutlich nach.

Zwei Möglichkeiten

Auslöser für die Gesetzesänderung war, wie mehrfach berichtet, die Forderung der Gebietskrankenkasse, alle Skilehrer wie normale Dienstnehmer anzumelden. Trotz Protesten und Einsprüchen kamen die meisten Skischulen diesem Ansinnen in der vergangenen Saison nach, was den Skilehrern wiederum Einkommenseinbußen von rund 30 Prozent bescherte. Nach zahllosen, zum Teil harten Verhandlungen einigten sich Land und Skilehrerverband schließlich auf einen Kompromiss. Der da lautete: Staatlich diplomierte Skilehrer und Skiführer dürfen mit Konzession allein freiberuflich tätig sein. Skilehrer ohne Diplom, sogenannte Landesskilehrer, können unter bestimmten Bedingungen zu einer Konzession kommen. Dabei handelt es sich jedoch um eine bis Dezember 2012 befristete Übergangsregelung. Alles zusammen soll den Bestand der Skischulen in ihrer bisherigen Form sichern. Doch diesbezüglich herrscht Skepsis.

Unsicherheit bei Skischulen

Vor allem bei Erich Melmer. Zum einen zeigt er sich enttäuscht, dass es keine Gespräche mehr mit der Gebietskrankenkasse gab. Zum anderen berichtet er von einer „großen Unsicherheit“ bei den Skischulen. „Es weiß ja niemand, wie sich das neue Skischulgesetz auswirkt.“ Allerdings hat er schon erste „negative Anzeichen“ ausgemacht. Skischulen stellen aus Kostengründen weniger Skilehrer ein und kürzen stattdessen beim Angebot, wovon laut Melmer besonders Kinder- und Anfängerskikurse betroffen sind. Und der Start in die Wintersaison wird hinausgezögert, um die Mitarbeiter nicht früher als nötig anmelden zu müssen. Was bei manchen Hoteliers offenbar schon für handfeste Kritik sorgte.

Um die Hälfte weniger

Auf der anderen Seite locken die geringeren Verdienstaussichten kaum noch jemanden in den Schnee. Die heurigen Skilehrer-Ausbildungskurse verzeichneten um die Hälfte weniger Interessenten. „Vorher gab es bei den Diplomkursen 80 bis 90 Teilnehmer. In diesem Jahr waren es 36“, verdeutlicht Erich Melmer. Gleich miserabel nimmt sich die Quote bei den Landesskilehrern aus. Dort stellten sich am vergangenen Wochenende bei ansonsten 30 und mehr gar nur 9 der Prüfung am Pitztaler Gletscher. Wenig verwunderlich, dass der Skischulchef einen „turbulenten Winter“ erwartet. Kleiner Trost: „Wenn nötig, werden wir das Gesetz nachjustieren“, versprach LR Siegi Stemer im Sommer.

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