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"Die Feuerprobe" - orientalische Erzählkunst in der Bibliothek

Der Autor signierte im Anschluss seine Bücher und ermöglichte ein persönliches Gespräch.
Der Autor signierte im Anschluss seine Bücher und ermöglichte ein persönliches Gespräch. ©Hellrigl
Lesung Bibliothek Altach

Altach. Eine fremde Welt eröffnete sich den Besuchern vergangene Woche bei einer fesselnden Autorenlesung in der Bibliothek Altach. Der aus Israel stammende Salim Alafenisch erzählte über “Die Feuerprobe”, eine Geschichte, die wie ein Zauber klingt, die er aber als Sohn eines Beduinenscheichs in der Negev-Wüste selbst erlebt hat. Nach einer allgemeinen Einführung in die Bräuche der Beduinen und das Leben im Zelt als zehntes von elf Kindern, begann er seine Erzählung im Dezember 1966. Nach einem Mord im Nachbarzelt wurde seine Familie des Anschlags verdächtigt. Die Vermittlungsbemühungen scheiterten und so willigte der Vater in die radikale Wahrheitsprobe der Beduinen ein: Die Feuerprobe. Diese gehört zu den Gottesurteilen des Mittelalters. In der Meinung, dass die Zunge mit dem Herzen verbunden ist, musste im Fall Alafenisch der älteste Sohn seine Zunge an eine rot-glühende Pfanne tippen. Bleibt sie unversehrt, gilt der Stamm als unschuldig. Wird die Feuerprobe nicht bestanden, so bedeutete es das Todesurteil für die vier Männer der Familie. Der spannende Ausgang gab der studierte Ethnologe, Soziologe und Psychologe natürlich nicht preis. Diese Lesung wurde in Kooperation mit Südwind Vorarlberg durchgeführt. “Wir sind bemüht, authentische Autoren anderer Kulturen vorzustellen”, informierte Evi Moosmann von der Südwind-Agentur. Und dass dies ein Thema ist, das interessiert und fasziniert, zeigten die vielen Zuhörer in der Bibliothek.

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