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Die Favoriten bei der Oscar-Verleihung 2020

Das sind die Favoriten auf einen Oscar.
Das sind die Favoriten auf einen Oscar. ©AP
Gleich vier Filme gehen als Favoriten in die Oscar-Verleihung 2020. An der Spitze des Feldes steht Todd Phillips' "Joker" mit 11 Nennungen - Martin Scorseses "The Irishman", Sam Mendes' "1917" und Quentin Tarantinos "Once Upon A Time... In Hollywood" mit je 10 Siegchancen dicht auf den Fersen.
Wer wird beste Hauptdarstellerin?
Wer wird bester Hauptdarsteller?

Das Favoritenquartett ist nicht nur jeweils in der Sparte Bester Film vertreten, sondern auch bei der Kategorie Beste Regie. Als kleiner "Störfaktor" ist hier noch der Südkoreaner Bong Joon-ho vertreten.

Auch "Parasite" mit sechs Nominierungen gut im Oscar-Rennen

Dessen Sozialsatire "Parasite" kommt auf insgesamt 6 Nominierungen. "Man kann sagen, dass dank des Internets, der Sozialen Medien und der Streamingdienste in der ganzen Gesellschaft die Sprachbarrieren an Bedeutung verlieren. Vielleicht hat 'Parasite' von diesem globalen Trend profitiert", freute sich der Regisseur in einem Reuters-Interview über den Zuspruch.

Kritik an Academy und fehlende Diversität

Weniger Freude gab es nach Bekanntgabe der Nominierungen bei vielen Gender-Aktivistinnen. Schließlich findet sich wieder keine Regisseurin auf der Liste der besten Filmemacher. Immerhin schaffte es Greta Gerwigs feministisches Werk "Little Women" als einziges von einer Frau gedrehtes unter jene neun Werke, die in der Königskategorie Bester Film gegeneinander antreten. Und auch vonseiten der ethnischen Minderheiten erntete die Academy mit ihrer heurigen Auswahl Kritik, wurde mit der Britin Cynthia Erivo für ihre Interpretation einer Anti-Sklaverei-Kämpferin in "Harriet" lediglich eine dunkelhäutige Darstellerin bei den insgesamt 20 Nominierungen für Schauspieler und Schauspielerinnen bedacht - wenn man einmal von der kurz aufgeflammten Mediendebatte absieht, ob Antonio Banderas als "farbiger Schauspieler" zu bezeichnen sei.

Wer macht bei den Haupt- und Nebendarstellerinnen das Rennen?

Dafür gleich doppelt im Rennen um einen der begehrten Goldbuben ist dagegen Scarlett Johansson, die einerseits für ihre Rolle einer Scheidungsmutter in Noel Baumbachs "Marriage Story" bei den besten Hauptdarstellerinnen hoffen darf und andererseits bei den Nebendarstellerinnen für ihre Leistung als Mutter eines Hitlerjungen in der Satire "Jojo Rabbit". Als Favoritin bei den Hauptdarstellerinnen gilt indes Kollegin Renee Zellweger für ihre Verkörperung von Hollywoodlegende Judy Garland im Biopic "Judy". Das Quintett der Filmköniginnen komplettieren neben Erivo Saoirse Ronan ("Little Women") und Charlize Theron ("Bombshell"). Bei den Nebendarstellerinnen indes sieht sich Johansson altgedienten Hollywooddarstellerinnen wie Kathy Bates ("Richard Jewell") und Laura Dern ("Marriage Story") sowie den Nachwuchskräften Florence Pugh ("Little Women") und Margot Robbie ("Bombshell") gegenüber.

Oscars für Joaquin Phoenix und Brad Pitt?

Als Topfavorit bei den Nebendarstellern geht Brad Pitt ins Rennen. Der 56-jährige Hollywoodstar - bis dato noch Oscar-los - kann für seine Interpretation eines Stuntman in Tarantinos "Once Upon A Time... In Hollywood" auf einen Goldbuben hoffen - den ihm vier Altstars streitig machen wollen. Schließlich steht Pitt in Konkurrenz zu Tom Hanks ("A Beautiful Day in the Neighborhood"), Anthony Hopkins ("The Two Popes"), Al Pacino ("The Irishman") und Joe Pesci ("The Irishman"). Bei den Hauptdarstellern gilt indes Joaquin Phoenix für seinen "Joker" als gesetzt. Er muss sich dabei gegen Banderas für seine Almodovar-Verkörperung in "Leid und Herrlichkeit", Leonardo DiCaprio für seine Leistung in "Once Upon A Time... In Hollywood", Adam Driver als Johansson-Gegenspieler in "Marriage Story" und Jonathan Pryce für seine Papstdarstellung in "The Two Popes" durchsetzen.

Wer sich in jedem Falle jetzt schon als Gewinner fühlen darf, ist der Streaminggigant Netflix. Mit insgesamt 24 Nominierungen ließ das Unternehmen jedes der klassischen Hollywoodstudios hinter sich. So sind "The Irishman" und "Marriage Story" unter anderem in der Topkategorie des Besten Films mit dabei, wenn auch nicht als Favoriten.

Entscheiden über die Gewinner des Abends werden wieder die rund 9.000 Academy-Mitglieder. Verliehen werden die Oscars dann in der Nacht von 9. auf 10. Februar im Dolby Theatre von Hollywood. Dabei erwartet die Galagäste wie im Vorjahr zwar kein offizieller Gastgeber, hat man auf einen Moderator doch verzichtet, dafür ein Büfett, das zu 70 Prozent vegetarisch sein wird, nachdem die Oscar-Nominierten bereits bei ihrem traditionellen Lunch im Vorfeld geröstete Maitakepilze und veganen Käse vorgesetzt bekamen.

(APA/Red)

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