Die Bregenzerwälder Tracht im Fokus

In Bregenzerwälder Tracht sowie erneuerter Regionaltracht nahmen Martina Mätzler, Doris Kranzelbinder, Ingrid Schneider und Maria Rose Steurer-Lang das Museumsgütesiegel entgegen.
In Bregenzerwälder Tracht sowie erneuerter Regionaltracht nahmen Martina Mätzler, Doris Kranzelbinder, Ingrid Schneider und Maria Rose Steurer-Lang das Museumsgütesiegel entgegen. ©Wegscheidler/ME
Verleihung des Österreichischen Museumsgütesiegels an die Juppenwerkstatt in Riefensberg. 
Juppenwerkstatt

Riefensberg. „Im Bregenzerwald versteckt sich ein kleines Juwel, das die Tradition der Tracht bis heute bewahrt und zu neuem Leben erweckt – die Juppenwerkstatt Riefensberg“, heißt es im Jurybericht des Österreichischen Museumsgütesiegels. Mit dem Museumsgütesiegel weist die Juppenwerkstatt nach, dass sie den internationalen ICOM Kriterien der Museumsarbeit entspricht. Die Auszeichnung stellt gleichzeitig eine hohe Verpflichtung und Herausforderung dar, die Standards auch in Zukunft zu halten. „Für uns ist die Verleihung des Österreichischen Museumsgütesiegels ein Ansporn, weiterhin gute Museumsarbeit zu leisten und für die Pflege unseres kulturellen Erbes tätig zu sein“, betont Maria Rose Steurer-Lang, Kunsthistorikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Juppenwerkstatt.

Individuelle Beratung

„Die Juppenwerkstatt in Riefensberg ist ein beeindruckendes Unterfangen, regionales Handwerk und lokale Traditionen zu dokumentieren, zu vermitteln und ins 21. Jahrhundert zu transformieren. Eine Bregenzerwälder Frauentracht kann nicht gekauft werden. Der lange Weg zur eigenen Glanzleinen-Juppe führt die Frauen zunächst zum Stofferwerb, dann in die Werkstätten der Näherinnen, Stickerinnen, Knüpferinnen, Hut-, Kappen oder Schappalemacherinnen und Goldschmiedinnen. Für all diese Schritte werden die Wälderinnen in der Juppenwerkstatt individuell beraten“, lobt die Jury. Die Juppenwerkstatt verstehe sich als Ort, den Fortbestand der Wälder Frauentracht als schützenswertes Kulturgut zu positionieren – ohne eine starre Haltung oder ein enges Geschichtsbild in Bezug auf die Tracht zu vermitteln.

Jahrhundertealtes Handwerk

Dafür werden Trachten bzw. Trachtteile gesammelt, dokumentiert, ausgestellt, vermittelt – und vor allem neuer Stoff, Glanzleinen selbst hergestellt. Näherinnen und Hutmacherinnen vermitteln ihre Arbeit in der Werkstatt. Der Stoff wird von Martina Mätzler, Leiterin der Juppenwerkstatt, und dem gesamten Team behandelt und zu gefälteltem Glanzleinen auf traditionellen Maschinen verarbeitet. Dieses jahrhundertealte Handwerk wird nur mehr in der Juppenwerkstatt gepflegt, insbesondere die aufwändige Herstellung des Juppenrocks, der anschließend mittels Glästmaschine mit Glanz sowie mittels Fältelmaschine mit engen, unzähligen Plissierfalten versehen wird. Die Ausstellung vermittelt auch mit kritischen Tönen was Kleidungsstil, Körperhaltung, Frauenkörper an sich, Trachttradition in verschiedenen Zeiten bedeutete und bedeuten kann. ME

 

 

 

 

 

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