Die blühende Landwirtschaft vor den Toren Gisingens

Große Begeisterung ist am Ziegenhof Heeb-Nachbauer zu spüren: Judith Heeb kümmert sich unter anderem um 50 Milchziegen und ihren Nachwuchs.
Große Begeisterung ist am Ziegenhof Heeb-Nachbauer zu spüren: Judith Heeb kümmert sich unter anderem um 50 Milchziegen und ihren Nachwuchs. ©Emir T. Uysal
Landwirte aus dem Litschi-Gebiet sprechen über Hingabe, Schwierigkeiten und Pläne.
Landwirte im Litschi-Gebiet

FELDKIRCH-GISINGEN Zusammenhalt, Leidenschaft und wirtschaftliches Verständnis sind drei Eckpfeiler der Landwirtschaft. Ein gutes Beispiel dafür sind die Landwirte aus dem Litschi-Gebiet in Gisingen. Alle sieben Höfe bieten eine Direktvermarktung an. Von Milchkühen, Mastkälber und Legehennen über Rheintaler Gemüse, Ziegen, Schafe, Schweine sowie Biogasanlagen: Die Vielfalt wird deutlich. Fünf davon haben auch ihr Wohnhaus auf deren Anlage. „Ähnlich wie bei jedem Selbstständigen steht und fällt der Betrieb, je nachdem wie sehr man dahintersteht“, erklärt Judith Heeb, Ziegenbäuerin. Die zusätzlichen Risiken haben die Landwirte mit ihrem lebendigen Inventar und Umwelteinflüsse.

„Am Bauernhof wachst du mit“
Am Bauernhof entwickle man ein ganz anderes Verständnis zum Produkt. Man lebe mit dem Kreislauf der Natur und müsse trotz Wettereinwirkungen das Beste darau machen. „Am Hof ist es nicht klinisch sauber“, erklären die Landwirte. Für die Bevölkerung sei dies nicht immer nachvollziehbar. Die Landwirtekämpfen auch mit dem Problem, dass viele Außenstehenden ohne fachlichen Grundverständnis mit erhobenem Zeigefinger versuchen ihre Meinungen aufzudrücken. „Auch die schnell Verändernden Rahmenbedingungen (z.B. politisch) sind Schwierigkeiten der Landwirtschaft“, meint Manfred Nägele. Auch weggeworfener Abfall stellen ein Problem dar: „Sie kommen über die Ernte des Grases in das Futter der Tiere – dies kann zu extremen Schmerzen führen“, führt Nägele aus. Der technische Wandel hat die Landwirtschaft die letzten Jahrzehnte stark beeinflusst: So sind heuer automatische Melkmaschinen oder GPS gesteuerte Traktoren im Einsatz.

Synergien nutzen
In Gisingen leben die Landwirte in Harmonie miteinander. „Das war nicht immer so“, erinnert sich Daniel Allgäuer zurück. „Heute nutzt man die Synergien und arbeitet miteinander!“ Ein gutes Beispiel dafür ist die „Rheintaler Feldfrüchte“, die letztes Jahr an rund 15 Standorte im Bezirk Feldkirch aufgestellt worden sind. Sebastian Allgäuer hat mit Kilian Schatzmann eine Genossenschaft gegründet und beliefert Kartoffeln, Zwiebeln und Kürbisse. Auch technisch wird im Litschi-Gebiet geholfen. Über den Maschinenring wird anderen Landwirten ausgeholfen. „Die Partnerschaften werden untereinander gepflegt“, freut sich Christoph Ehrne.

Ein großer Wunsch von Heeb ist es, ein gemeinsames Gebietsfest zu organisieren. „Mit einem ‚Tag der offenen Stalltüre‘ könnten wir uns gemeinsam der breiten Masse präsentieren.“ Eine Umsetzung ist noch in Planung. ETU

Übersicht der Gisinger Landwirte:

Allgäuer AG: Milchkühe, Mastkälber, Rheintalgemüse und Legehennen

Manfred Nägele und Sabine: Milchvieh und Kartoffelanbau

Christoph Rusch und Edith: Milchvieh

Biohof Ehrne: Biogemüse, Milchkühe und Hofladen

Kilian Schatzmann und Sigrid: Milchvieh und Rheinthalgemüse

Ziegenhof Heeb-Nachbauer: Ziegen und Schafprodukte, Kartoffeln sowie Reitpädagogik (Karin Breuß)

Andreas Hartmann und Tobias: Schweinehaltung, Legehennen und Kartoffeln

 

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