Die Analyse des Wallner-Interviews

Nach über zweimonatiger gesundheitlicher Auszeit ist Landeshauptmann Markus Wallner wieder im Dienst und stellte sich am Montagabend im ersten großen Interview den Fragen von Birgit Entner-Gerhold und Marc Springer.
"Ich bin wieder da"
Für VN-Chefredakteur Gerold Riedmann zeigt sich, dass sich Wallner als Konstante in Vorarlberg beweisen will. “Ich glaube, das Gefühl, das erzeugt werden sollte, das ist: Ich bin wieder da, und das in alter Kraft und Frische””, analysiert der aus Kopenhagen zugeschaltete Riedmann im Anschluss an das Gespräch. Aus Wallners Sicht hätte sich nie die Frage gestellt, ob er ins Landhaus zurückkehrt. “Hätte man ihn gefragt, dann wäre er durchgängig geblieben. Es ist tatsächlich gesundheitlichen Themen geschuldet, dass diese Auszeit zu nehmen war”, sagt Riedmann.
Die Causa Wirtschaftsbund
In Sachen Wirtschaftsbund bleibe der Landeshauptmann seiner bisherigen Linie treu. Während sich seine Stellvertreterinnen Barbara Schöbi-Fink und Martina Rüscher öffentlich entschuldigten, bleibt Wallner beim Standpunkt, dass es “keine Werbeeinschaltung für die ÖVP” war. Die Causa Wirtschaftsbund benötige noch einiges an Aufklärung, betont Riedmann. Eine zweite Wirtschaftsbund-Causa wird das neue, transparentere Parteienfinanzierungsgesetz verhindern, stimmt Riedmann mit Wallner überein. “Dieses ist der neue Gold-Standard Österreichs.”
Es wartet Energie-Politik
Wallner muss sich auch neuen politischen Themen widmen. Dies fange bei den Energieeinsparungsmaßnahmen der Bundesregierung an und reiche bis zur von seiner Statthalterin losgetretenen Abtreibungsdebatte. Ebenso die spürbare Ablehnung der Tunnelspinne und S18 durch den Koalitionspartner dürfte Wallner beschäftigen. Doch auch neue Töne zu Wind- und Solarenergie hörte Riedmann im Vorarlberg LIVE-Interview heraus.
Die Probleme der ÖVP
Derweil strahlen die Probleme der Volkspartei nach Vorarlberg: Sowohl die drohende Wahlschlappe in Tirol wie auch der Rücktritt Sachslehners werfen Fragen über den Zustand der ÖVP auf. Wallner bekennt sich hier zur christlichsozialen Linie der Volkspartei in Abgrenzung zum Erbe Sebastian Kurz.
Viele blicken nach der Wahrnehmung des VN-Chefredakteurs mit Sorge auf den Herbst, angesichts von Inflation, Energie- und Ressourcenknappheit. In Vorarlberg gelte es, Verarmung und sozialen Verwerfungen vorzubeugen. Haltungsfragen der Volkspartei rücken für viele in den Hintergrund. Eine sorgfältige, aber schnelle Aufarbeitung der Wirtschaftsbund-Causa tue daher Not, um nicht von Brandherd zu Brandherd eilen zu müssen. Der bisherige Bericht sei dies jedoch auf jeden Fall nicht.
Die ganze Sendung vom Montag
Die Sendung "Vorarlberg LIVE" ist eine Kooperation von VOL.AT, VN.at, Ländle TV und VOL.AT TV und wird von Montag bis Freitag, ab 17 Uhr, ausgestrahlt. Mehr dazu gibt's hier.
(VN/VOL.AT)
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