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Der Wiener Stephansdom wird Werbeträger

Slogans von Wiener Städtische und Erste-Bank werden Turm-Baugerüst "zieren" - Reinerlös aus der Vermietung der Werbeflächen kommt direkt der Domrenovierung zu Gute.

Der Wiener Stephansdom wird sich schon bald als „Werbeträger“ präsentieren. Denn für die notwendigen Restaurierungsmaßnahmen an der West- und Südseite des Hochturms ist dieser für die nächsten dreieinhalb Jahre eingerüstet. Auf dem dort vorhandenen Gerüstnetz dürfen nun Werbetransparente aufgebracht werden. Dazu haben sich die Verantwortlichen der Domkirche „nach reiflicher Überlegung“ entschlossen, hieß es am Dienstag in einer Aussendung der Kathpress.

Den entsprechenden Auftrag zur Durchführung hat die Werbefirma „Gewista“ erhalten. Die beiden einzigen „Inserenten“ am Stephansturm werden zwei prominente Wiener Finanzinstitute sein, die beide im 19. Jahrhundert von Priestern gegründet wurden: Die Erste-Bank und die Wiener Städtische Versicherung. Die Sujets – die von einer Kommission des Domkapitels vorher begutachtet werden – wechseln alle drei Monate.

Der Reinerlös aus der Vermietung der Werbeflächen am Südturm kommt direkt der Domrenovierung zu Gute. Erste-Bank und Wiener Städtische verstehen sich als „Großsponsoren“, hieß es in der Aussendung. „Unsere Beziehungen zur Kirche sind so alt wie unsere Unternehmen“, meinten die Generaldirektoren Günter Geyer (Wiener Städtische) und Andreas Treichl (Erste) unisono. Sie haben ihr Projekt bereits Kardinal Christoph Schönborn präsentiert.

Die ersten Sujets der beiden Finanzinstitute sind dem Turm „angepasst“ worden: Die Erste-Bank ist mit dem Slogan „Kein Haus ist für die Ewigkeit gebaut“ präsent, die Wiener Städtische wirbt mit „Nur Einer kennt Ihre Sorgen besser als wir“. Die Transparente sollen am Donnerstag montiert werden.

Dompfarrer Anton Faber zeigte sich erfreut, „dass angesichts der Kooperation der beiden Finanzinstitute mit dem Dom in Erinnerung gerufen wird, wie die Kirche bereits im 19. Jahrhundert wesentlich zur modernen Wirtschaftsentwicklung beigetragen hat.“ Die Wiener Städtische wurde 1824 von hohen kirchlichen Würdenträgern – an der Spitze der damalige Wiener Erzbischof Leopold von Firmian – ins Leben gerufen, während die „Erste“ von Pfarrer Johann Baptist Weber 1819 gegründet wurde.

Redaktion: Claus Kramsl

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