Der verlorene Sohn ist zurück

A1-Bregenz-Handballer Matthias Günther steht drei Monate nach seiner Hüft-Operation vor seinem Comeback.

Handball ist ganz sicher kein Sport für “Weicheier”. Bestes Beispiel dafür ist Mat­thias Günther. Nach einer Knorpel-Zell-Transplantation im rechten Knie in der Saison 2004 hing im Herbst des letzten Jahres die sportliche Karriere des Kreisläufers von Serienmeister A1 Bregenz buchstäblich am seidenen Faden. “Meine Hüftprobleme sind in dieser Zeit so arg geworden, dass ich ohne Schmerzmittel gar nicht mehr trainieren konnte und bei jeder kleinen Bewegung vor Schmerzen mehrmals pro Nacht aufgewacht bin”, beschreibt der 32-Jährige seine damalige Situation.

Ein Glücksfall

Bei einem Besuch eines Spiels von Otmar St. Gallen schilderte er dann seinem ehemaligen Mannschaftsarzt Dr. Pierre Hofer seine Probleme. “Er hat mir von Hüftoperationen eines Judokämpfers bzw. Marathonläufers erzählt und mir geraten, den Eingriff möglichst rasch vorzunehmen.” Am 2. Oktober wurde dem 109-fachen ÖHB-Teamspieler in einer Privatklinik in St. Gallen ein künstliches Hüftgelenk aus Titan-Keramik eingesetzt. “Obwohl ich große Schmerzen hatte, war es gar nicht so einfach, einen Termin zu finden. Da Gattin Birgit zur selben Zeit hochschwanger war, musste ich den Termin zweimal verschieben. Doch als unsere Tochter Mia-Mavie am 25. Oktober das Licht der Welt erblickte, stand der Operation nichts mehr im Wege”, so Günther. Drei Monate später erinnert nur noch eine Narbe an die Operation. “Bereits zwei Wochen nach dem Eingriff war ich völlig schmerzfrei und am 23. Dezember erhielt ich nach der abschließenden Untersuchung von Dr. Hofer auch das O.K., wieder voll trainieren zu dürfen.”

Völlig ohne Schmerzen

Bis der Kreisläufer wieder für Bregenz auf Torjagd gehen kann, muss sich der älteste der drei bei Bregenz spielenden Günther-Brüder aber noch etwas gedulden. “Natürlich kribbelt es schon wieder in den Händen. Doch ich bin froh, dass ich beim Lauftraining keine Probleme habe und auch in der Kraftkammer wieder ohne Schmerzen meine Übungen machen kann. Ob ich nun einen Monat früher oder später wieder ins Mannschaftstraining einsteige, spielt keine große Rolle. Das Wichtigste für mich ist die Tatsache, dass mein Körper nun wieder voll fit für den Leistungssport ist.” Die Operation hatte noch eine weitere “gute” Seite. Bedingt durch seine Verletzung fand Günther nun auch die Zeit, um seine letzte Prüfung an der Uni Innsbruck abzulegen. In den kommenden Tagen erhält er das Diplom und darf sich dann Magister der Rechtswissenschaften nennen. Sportlich bleibt neben der Verteidigung des Meistertitels in der Handball-Liga Austria die Teilnahme an der Heim-EM 2010 das große Ziel. Mit guten Leistungen im Verein will sich der zweifache Familienvater wieder empfehlen. Danach soll aber der Job oberste Priorität haben und die Handballkarriere langsam auf Vereinsebene ausklingen.

 

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