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Der ungeschützte Verkehr der SPÖ

Na bumm: Der Computervirus Melissa hat das E-Mailsystem der SPÖ völlig lahm gelegt - und das in Wahlkampfzeiten. Mail kamen mit 20 Stunden Verspätung.

Der berüchtigte Melissa-Virus hat kurzfristig das Mailsystem der SPÖ lahmgelegt. Der Chef des SPÖ-Pressedienstes, Peter Pertl, bestätigte auf Anfrage, dass der Virus vor einer Woche aufgetaucht sei. Beschädigt worden sei im Computersystem nichts, allerdings seien der Sendevorgang und der Empfang bei Mails mit Verspätungen bis zu 20 Stunden beeinträchtigt gewesen. Inzwischen sei es den Technikern gelungen, den Virus zu beheben.

Im Internet war zu lesen, dass der sogenannte Makro-Virus, der sich selbst an alle Empfänger des jeweiligen SPÖ-IT-Zentrums verbreitete, zehntausende Systeme lahmgelegt habe. Da innerhalb der SPÖ vor allem SPÖ-Mitarbeiter in den Adresslisten aufscheinen, habe es regelrechte Ping-Pong-Mails gehagelt. Ob der Virus als Wahlkampfinstrument ins Mailsystem geschleust wurde, habe man nicht klären können.

Bereits im März dieses Jahres hatte es international Aufregung um den Melissa-Virus gegeben. Melissa befällt Dokumente der Microsoft-Office-Programme Word 97 und 2000 und nutzt die Microsoft-Software Outlook, um sich per E-Mail an weitere Anwender zu verschicken. Die “Opferliste” des Computervirus Melissa liest sich wie das Who is Who der Hightech-Branche: Microsoft, Intel, Lucent Technologies und Dell Computer sind die prominentesten unter mehreren hunderttausend US-Firmen und -Dienststellen, deren E-mail-Systeme zeitweise weitgehend lahmgelegt wurden. Melissa wurde als “Stinkbombe” per E-Mail bezeichnet.

Die SPÖ hat ihre interne elektronische Kommunikation inzwischen vom Mailbox-System “FirstClass” auf einen Microsoft Exchance-Server mit Outlook-Clients umgestellt. (22.9.99)

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