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Der Uhrmacher am Montfortplatz schließt die Ladentür für immer

Seit 40 Jahren hat Othmar Weishäupl sein Geschäft am Montfortplatz
Seit 40 Jahren hat Othmar Weishäupl sein Geschäft am Montfortplatz ©edithhaemmerle

Mit Ende dieses Jahres werden die Uhren im Geschäft von Othmar Weishäupl verstummen.
Lauterach. Das Uhren- und Schmuckgeschäft Weishäupl am Montfortplatz ist jedem im Ort bekannt. Seit 40 Jahren betreibt Othmar Weishäupl sein Geschäft. Angefangen hat er mit seinem Handwerk 1968, damals vis-a-vis vom jetzigen Haus der Generationen. Als 1970 der Neubau am Montfortplatz fertiggestellt war, bezog er sein Geschäft. Seit dem sitzt er tagein tagaus mit Lupe und Zange am Tisch vor dem Fenster und zerlegt irgend eine Uhr in Einzelteile. Oft ist er so sehr in sein Handwerk vertieft, dass er nur durch den Gong der aufgehenden Türe bemerkt, dass Kundschaft im Laden ist. Der Laden ist eng, überall stehen und hängen Uhren, große und kleine. Der Tisch ist übersät mit weißen Papiersäckchen. “Alles Reparaturen”, sagt Weishäupl und zeigt mit dem Finger auf den mit weißen Säckchen übersäten Arbeitstisch. Frau Martina Dörler, eine langjährige Kundin, betritt den Laden. Sie sieht sich dabei die alten Uhren an, die sie schon als Kind fasziniert hatten. “Mir tut es sehr leid, dass es dieses Geschäft um die Ecke nicht mehr lange geben wird. Ich bin in Lauterach aufgewachsen und kenne Herrn Weishäupl schon, als ich noch mit dem Fahrrad in die Hauptschule gefahren bin”, erwähnt Frau Dörler, bevor sie das Geschäft wieder verlässt.
Leidenschaft
Im Alter von 65 Jahren hat Herr Weishäupl seine Pension angetreten. Doch ohne seinen Laden hätte sich der leidenschaftliche Uhrmacher sein Leben nicht vorstellen können. Tagtäglich reparierte er weiterhin Uhren und Schmuckstücke. Jetzt ist er 76. “Einmal muss man einen Schlussstrich ziehen”, schmunzelt der rüstige Pensionist. Auf die Frage, was er neben seinem Beruf als Uhrmacher noch gerne mache, huscht ein Lächeln über sein Gesicht. “Singen. Nur Singen”, fügt er noch mit bestimmten Ton hinzu. “Jeden Tag, außer Dienstag, singe ich bei irgend einem Chor mit”, erzählt Weishäupl nicht ohne Stolz. Angefangen vom Kammerchor Bregenz über den Vocale-Lustenau-Chor, zählt er noch den Herz-Jesu- und den Mehrerauer Chor auf, die er als Tenor verstärkt.
Keine Nachfolge
Leider gebe es keinen Nachfolger für das Uhrenfachgeschäft. “Der Uhrmacherberuf ist eher ein aussterbender”, meint der Geschäftsinhaber. Obwohl der Trend von der Billiguhr wieder zur mechanischen Qualitätsuhr gehe, und auch in der Schweiz der Uhrmacherberuf sehr gefragt sei, gibt es zu wenige, ist Weishäupl überzeugt. Trotz 40 Jahre Liebe zu diesem Beruf freue er sich nun auf den Ruhestand, den er am 1. Jänner 2011 antreten werde, gab der Uhrmacher am Montfortplatz abschließend preis.

Zur Person
Name: Othmar Weishäupl
Geboren: 12. 3. 1934
Wohnort: Bregenz
Beruf: Uhrmacher
Hobby: Singen, Singen, Singen
Lebensmotto: Mit Musik geht alles leichter

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