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Der "Teufel" steckt im Detail

©VMH/ Klaus Hartinger
Bregenz - Hohe Einsätze lassen auch Spiele von Vorarlberger Klubs verdächtig erscheinen.
Manipulationsverdacht in Österreich
Ländle- Know- how gegen Wettsünder
Festnahmen im Wettskandal
Wettskandal: Gift-Einsatz gegen Spieler

Noch hat der größte Wett­skandal der europäischen Fußball-Geschichte die Grenze nach Vorarlberg nicht überschritten. Dass im Frühjahr 2009 bei fünf Spielen der drei heimischen Profiklubs verdächtige Quotenveränderungen stattgefunden haben, ist hingegen verbrieft. Dank dem Risk-Management-Tool (www.asian-monitor.com), das vom Online-Wettanbieter “bets4all” in Zusammenarbeit mit Diplom-Informatiker Ralf Koschel und seinem Team entwickelt wurde, können Geldströme und Quotenveränderungen auf dem Online-Sektor in allen Details abgebildet werden. Die “VN” sprachen mit dem Deutschen Koschel über den asi­atischen Wettmarkt im Allgemeinen und die Aussagekraft eines “Charts” anhand der verdächtigen Partie zwischen dem FC Lustenau und DSV Leoben. “Die Anfangsquoten drücken klar die Favoritenstellung von Lustenau aus. Die Bewegungen am Spieltag, speziell ab Mittag, lassen aber einige Schlüsse zu”, so Koschel. Er spricht in diesem Zusammenhang sowohl von „besonderen Informationen“ wie geschonten oder verletzten Spielern sowie anderen Kabinen-Internas, scheut aber auch nicht davor zurück, das Wort “Manipulation” in den Mund zu nehmen. „Es kann zu Absprachen gekommen sein.“ Eine dritte Möglichkeit wäre, dass die „stets bestens informierte Wettmafia“ gerade für diese Begegnung viel Geld in die Hand genommen hat. Dank dem “Asian Monitor” seien jedenfalls markante Änderungen auf dem asiatischen Markt erkennbar. Die UEFA, so Koschel gegenüber den “VN”, kann bei solch einem Ergebnis eine Befragung einleiten. Gemeinsam mit dem Inder Maahri Singh (Programmierer) ist es Koschel gelungen, die komplizierte asiatische Handicap-Wette (Sieg/Niederlage) durch virtuelle Gleichschaltung auf das europäische System (1/2/x) zu transferieren. Besonders interessant für die Fußballverbände: Das Risk-Management-Tool klassifiziert die Spiele in vier Gruppen, von Rot (absolut verdächtig) über Gelb, Grün bis hin zu völlig unverdächtig. Gespräche mit der FIFA und dem DFB gibt es bereits.

 

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