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"Der Morgi ist ein Siegertyp"

Sportpsychologe Dr. Christian Uhl über seine Arbeit mit den Skispringern. Der Klauser ist für die mentale Stärke der ÖSV-„Adler“ verantwortlich.

Die ÖSV-Springer haben die erfolgreichste Saison hinter sich. Der Vorarlberger Sportpsychologe Dr. Christian Uhl, der vor fünf Jahren von ÖSV-Sportdirektor Toni Inn­auer verpflichtet wurde, war ein wichtiger Bestandteil im Betreuerstab bei den vielen ÖSV-Erfolgen in diesem Winter.

VN: Die ÖSV-Springer haben eine sensationelle Weltcupsaison hinter sich. Was war dafür ausschlaggebend?
Uhl:
Was immer wieder betont wurde, es ist das gesamte Team. In jedem Bereich, egal ob technisch, psychologisch oder konditionell, die Mannschaft steht im Vordergrund. Dazu kommt eine individuelle Betreuung auf sämtlichen Ebenen. Bei der Skiflug-WM in Oberstdorf hatte zum Beispiel niemand gedacht, dass wir den Teambewerb gewinnen können. Die Mannschaft hat aber gezeigt, dass sie in den letzten Jahren in vielen Bereichen gereift ist.

VN: Thomas Morgenstern und Gregor Schlierenzauer sind die neuen Stars im Springerzirkus. Was zeichnet sie aus?
Uhl:
Grundsätzlich sind die beiden unterschiedlich. Der „Morgi“ ist ein klassisches Rennpferd, ein absoluter Siegertyp mit großer Qualität. Einer, der täglich auf sein Mentaltraining zurückgreift. Seine Art und Weise positiv zu denken ist erstaunlich. Wenn es zehn negative Sachen gibt und eine davon ist positiv, pickt sich Morgenstern genau diesen Punkt heraus. Schlierenzauer ist ein schlauer „alter“ Fuchs, mit einem jungen Fuchsherz. Er arbeitet sich Schritt für Schritt nach vorne, seine Zielstrebigkeit ist einfach bewundernswert. Aber auch die Dimension eines Martin Koch ist mit den beiden beinahe gleichzustellen: er wollte vor fünf Jahren aufhören, hat enorm viel an sich gearbeitet. Wenn man einen Blick in seine mentale Trainingstagebücher wirft, wie er dort verschiedene Dinge analysiert hat, ist schon erstaunlich. Jetzt ist er soweit, dass er in Oberstdorf kurz vor einem WM-Titel stand.

VN: Ist so eine Saison überhaupt noch zu überbieten?
Uhl:
Man darf jetzt nicht erwarten, dass in der nächsten Saison alles so weiterläuft. Es müssen die Hausaufgaben wieder gemacht werden, die Arbeit beginnt also wieder von vorne.

VN: Wie sieht Ihre Arbeit im Detail aus?
Uhl:
Alles passiert im engsten Trainerteam. Bei Meetings werden die Wettkampfziele festgelegt und für jeden einzelnen Athleten Strategien bestimmt.

VN: Wie wichtig ist das Mentaltraining im Sport allgemein?
Uhl:
Ich verurteile es absolut, wenn behauptet wird, dass Mentaltraining die letzten 20 Prozent im Sport sind. Mentaltraining ist ein erfolgreicher Bestandteil. Es ist nicht das Wichtigste, aber gleich wichtig wie alle anderen Sachen, die zum Erfolg führen.

VN: Aus Vorarlberger Sicht gibt es derzeit nur noch Balthasar Schneider im Springerweltcup, der allerdings nur noch sporadisch zum Einsatz kommt. Wie sehen Sie seine Zukunft?
Uhl:
Das was Baltas kann, siedle ich dort an, wo die ganz Großen sind. Doch so wie er im Moment agiert und handelt, ist er noch nicht dort. Die Luft wird immer dünner und der Druck von unten immer größer. Das muss Baltas wissen.

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