Der Jahrestag für einen schwierigen Kompromiss

Hard (VN) - Das „Rheindeltahaus“ liegt dort, wo es hingehört. Mitten im Naturschutzgebiet, umgeben von Bäumen, Sträuchern, Schilf. Dort wurde am Sonntag gefeiert. 35 Jahre Naturschutzgebiet Rheindelta, 15 Jahre Naturschutzverein Rheindelta.

Obmann Werner Schneider und Geschäftsführer Walter Niederer durften bei Kaiserwetter die Gratulanten begrüßen und bilanzieren. „Das Schwierigste in diesen 35 Jahren“, erinnert sich der Höchster Bürgermeister Werner Schneider, „war der Anfang. Da prallten die Interessen von Naturschützern und Naturnützern noch voll aufeinander. Viele verstanden nicht, dass es im Rheindelta-Gebiet auf einmal Regeln gab. Es waren damals alle verrückt und in der Mitte standen wir.“

Es kommen mehr

Doch die Zeiten hätten sich geändert, meint Walter Niederer. „Die Natur wird geschützt. Und trotzdem können viele Menschen das wunderschöne Gebiet nützen. Unter Einhaltung von Regeln freilich“, erläutert der Geschäftsführer. Das Naturschutzgebiet erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Und in dem Maße, wie die Frequenz zunimmt, steigt der Grad der Herausforderung, alle Interessen möglichst gut unter einen Hut zu bringen. Zwischen Fußach, Höchst, Gaißau und Hard tummeln sich Erholungssuchende, Fischer, Jäger und Bootsfahrer. „Die Nutzung des Bodenseeufers wird auch in den kommenden Jahren eher zunehmen“, glaubt Walter Niederer.

Offenes Ufer

Werner Schneider zeigt sich erfreut darüber, dass letztlich die Bürgermeister im Verein bei kniffligen Fragen die Entscheidungskompetenz haben. „Wobei“, so Schneider, „die Differenzen zwischen Vertretern des Landes und der betroffenen Gemeinden selten derart aufeinanderprallen, dass man den anderen überstimmen muss.“ Das offene Bodenseeufer sei ein Gewinn für die dort lebenden Menschen. „Weil der Mensch es auch benutzen darf. Schließlich ist er auch ein Teil der Natur, trägt für sein Tun jedoch auch entsprechende Verantwortung“, meint Schneider.

Forscher spielen

An Konfliktthemen mangelt es nicht. Kormorane, Nutzungsrechte oder der aktuelle Streit um den Salzmann-Hafen bei Fußach – stets müssen Lösungen für das sensible Naturschutzgebiet gesucht und letztlich auch gefunden werden. Am gestrigen Geburtstag gaben die Vereinsverantwortlichen der Bevölkerung die Gelegenheit, Landschaft und Natur am Bodensee hautnah zu entdecken. So wurden im Umfeld des Rheindeltahauses mehrere Forscherstationen aufgebaut. Dort konnten sich Interessierte beim Insektenfangen, Vögel erkennen und Experimentieren vergnügen.

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