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Der Geschmack der Geschichte

©Neue/Klaus Hartinger
Der Geschichte nachspüren. Nicht nur eindrücklich, sondern auch geschmacklich. Das ist jetzt in Bludenz möglich. Denn in der Alpenstadt werden kulinarische Stadtführungen angeboten.

(Neue/Rubina Bergauer)

Für die historischen Fakten ist Markus Pastella verantwortlich, die passende Verpflegung übernehmen die ansässigen Gastronomen. Vor Kurzem ging der erste Termin dieser Reihe über die Bühne. Thema war „Die Bludenzer und die Welschen“. Die Teilnehmer der Führung genossen zu der Geschichte der Einwanderer aus Italien ein mediterranes Menü an vier Stationen. „In den Textilbetrieben und für den Bau der Arlbergbahn wurden anno dazumal viele Arbeiter gebraucht. Ein Großteil davon kam aus dem zur Monarchie gehörenden Trentino. Wegen der italienisch sprechenden Bevölkerung auch Welschtirol genannt“, berichtet Pastella. Dort gab es aufgrund der Wirtschaftskrise kaum Möglichkeit eine Anstellung zu finden, weshalb viele gezwungen waren, auszuwandern.
Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war rund ein Fünftel der Bludenzer Bevölkerung italienischer Abstammung. Dafür zogen wiederum zahlreiche Vorarlberger Richtung Frankreich und Deutschland, um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen. „Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken waren oftmals nicht ideal, weshalb die Einheimischen im angrenzenden Ausland nach einer Verdienstmöglichkeit suchten. Italienische Arbeitskräfte verdienten aber in der Regel nur ungefähr zwei Drittel des Lohns, den Vorarlberger erhielten“, weiß Pastella. Eine 80-Stunden-Woche sei damals keine Seltenheit gewesen und dennoch reichte das Gehalt kaum aus, um eine Familie zu ernähren. So kam es, dass Frauen und Kinder sich in den Fabrikshallen verdingten, während die Männer als Betriebshandwerker, Maurer oder Hilfsarbeiter tätig waren. Thematischer Schwerpunkt der Führung ist die Einstellung der Einheimischen gegenüber den Immigranten aus Trentino.
Viele Italiener kehrten nach dem Ersten Weltkrieg wieder in ihre Heimat zurück. Doch es gab auch jene, die blieben und in Vorarlberg sesshaft wurden. Trotz des großen Arbeitspensums brachten die Trentiner eine gewisse Lockerheit und Lebensfreude nach Bludenz. Sie saßen abends oft zusammen und musizierten. Und natürlich beeinflusste diese Bevölkerungsgruppe auch die regionale Küche“, erklärt der Stadtführer. Das können die Teilnehmer der kulinarischen Exkursion durch Bludenz nun am eigenen Gaumen erfahren…

Die ganze Geschichte lesen Sie in der NEUE am Sonntag.

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