Der Dornbirner in Washington

Hanno Settele und der Traumjob: Korrespondent des ORF in der US-Hauptstadt.

„Viel besser”, sagt Hanno Settele mit einem nicht zu überhörenden Stolz in seiner Stimme, „viel besser kann es aus meiner Sicht nicht mehr sein.” Der USA-Korrespondent des ORF in Washington redet über seine Karriere. Eine Karriere Marke Bilderbuch. Als der 44-jährige Dornbirner 1990 beim ORF Vorarlberg seine Chance bekam, war es der Startschuss für einen Berufsweg, der nur eine Richtung kannte – die nach oben. Bald schon, 1994, ereilte ihn der Ruf nach Wien. In die Innenpolitik, zum Report, zur Zeit im Bild. Settele bestach durch journalistischen Instinkt, Direktheit, Eloquenz, starke Persönlichkeit. Alles Eigenschaften, die für ihn 2003 das ORF-Ticket nach Washington bedeuteten, wo er heute das Büro des heimischen Staatssenders leitet.

Persönlicher Stil

Wenn Settele über Amerika spricht, „dann versuche ich das so zu tun, dass es alle verstehen. Das wird auch kritisiert. Vielleicht weil ich nicht so tue, als wolle ich die Welt erklären.” Doch davon lässt sich der Dornbirner, der seinen makellosen Dialekt beibehalten hat, nicht beeindrucken. „Ich versuche mich in die Situation gewöhnlicher Menschen hineinzuversetzen. Was würden die denn gerne über Amerika wissen? Das will ich herausfinden und aus dieser Perspektive auch berichten.” Sich seinen Stil antrainiert, hat Settele nicht. „Man ist wie man ist und hat seine eigene Art. Settele macht die USA fühlbar, greifbar, unmittelbar. Das bestätigen ihm viele Seher. Intellektuelle Reflexionen über die Politik sind seine Sache nicht. Was sind die Auswirkungen der US-Politik auf den Bürger, auf das Leben der Amerikaner? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt seiner Korrespondententätigkeit. Und darauf findet Settele verständliche Antworten.

Andere Mentalität

Hanno Settele, der Dornbirner, mag die Mentalität der Amerikaner. „Weil die Amerikaner Lösungen von Problemen anstreben und nicht in den Problemen selbst stecken bleiben. Das mag ich.” Mochte er schon als Teenager. Als Settele unmittelbar nach der Matura ein Jahr in den USA (Wisconsin) verbrachte, wusste er: „Da will ich wieder hin. Das ist meines.” Deswegen habe er auch „lange überlegt, als man mir die ­Leitung des Büros in Wa­shington anbot. Nämlich genau eine Sekunde.” Mindestens bis 2010 wird er als ORF-Korrespondent in Washington bleiben. Danach werden die Karten neu gemischt. Settele verheimlicht nicht, dass er gerne noch ein bisschen länger bleiben will. Als USA-Korrespondent habe man durchaus einen Platz an der Sonne, freut sich der Vorarlberger. „Wir müssen kaum um Sendezeit kämpfen wie andere Auslandskorrespondenten. Aber nicht weil wir so gut sind, sondern weil die USA einfach immer interessieren. Da hast du‘s schon leichter.”

Gerne nach Florida

Natürlich muss Settele in seinem Büro auch organisatorisch auf Zack sein. Er muss Satellitenleitungen bestellen, Termine einteilen. Und das oft Wochen im Voraus. „Aber immerhin”, so der Dornbirner, „kommt das Journalistische nicht zu kurz.” Die USA privat genießt der zweifache Familienvater hauptsächlich als Reisender. „Gerne fliege ich hin und wieder nach Florida. Aber auch die Wüste von Arizona ist etwas, das mich anzieht.” Freilich ist Hanno Settele im Herzen zu hundert Prozent Vorarlberger geblieben. „Es ist der Flecken Erde mit der größten Lebensqualität. Meinen Lebensmittelpunkt sehe ich in Österreich. Immer in den USA bleiben, möchte ich nicht.”

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