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Der Container kommt ins Dorf

Ein Seliger in spe im Container
Ein Seliger in spe im Container

Er ist rot, steht “im Weg” und baut Schwellenängste ab – und das ab jetzt im ganzen Land. In acht Gemeinden macht der Carl Lampert-Container bis zur Seligsprechung am 13. November Station. Gestartet wird in Schruns.

Begegnen konnte man ihm zum ersten Mal auf der Dornbirner Herbstmesse, wo der Carl Lampert-Container den Messebesuchern den Weg versperrte. Von dort reiste er zum Diözesanhaus Feldkirch und ist nun auf großer Vorarlberg-Tour.

Schruns, Bludenz, Hohenems, Egg, Lustenau und Bregenz sind die weiteren Stationen seiner Reise. Am 13. November, pünktlich zur Seligsprechung, wird er dann am Dornbirner Marktplatz ankommen.

Auf Konfrontationskurs
Nun stellen sich zwei Fragen: Warum ein Container und warum die Reisetätigkeit?
Carl Lampert hat nicht weggeschaut, als während des nationalsozialistischen Regimes allerorts Unrecht geschah. Er hat “Stopp” gesagt – eine mutige und couragierte Haltung für die Menschen und die Kirche. Er hat sich den Mächtigen in den Weg gestellt – so wie der Container sich nun uns in den Weg stellt und die Frage nach dem “Wie hätten wir wohl gehandelt?” provoziert.

Am 13. November 1944 wurde Carl Lampert in Halle/Saale hingerichtet.
Am 13. November 2011 findet in Dornbirn St. Martin, jenem Ort, an dem Carl Lampert seine Kaplansjahre verbrachte, die Seligsprechung des Märtyrers statt.

Um möglichst vielen Menschen die Begegnung mit der Person Carl Lamperts, seinem Mut und seiner Geschichte zu ermöglichen, bereist der Lampert-Container nun die Talschaften Vorarlbergs.

Innenleben eines Containers
Konzipiert von den beiden Vorarlberger Grafik-Designern Martin Caldonazzi und Sigi Ramoser zeigt der Innenraum zunächst eine Info-Schau zu Leben, Zeit und Schicksal Carl Lamperts, die mit multimedialen Elementen komplettiert wird.
Aber auch der Blick durchs Fenster lohnt sich. Vor allem dann, wenn der Fenstergucker dadurch zum Publikum für Georg Viths Installation wird. Der Dornbirner Künstler holt in Video und Zeichnung das Handeln Carl Lamperts und die Fragen, die dieses Tun an uns richtet, in unsere Gegenwart.

Reiseroute und Stationen des Containers

Schruns: bis 29. September
Bludenz Hl. Kreuz: bis 6. Oktober
Hohenems St. Karl: bis 13. Oktober
Egg: bis 20. Oktober
Lustenau Kirchdorf (Blauer Platz): bis 27. Oktober
Bregenz: bis 3. November
Dornbirn St. Martin: bis 14. November

Biographie Carl Lamperts

Carl Lampert wurde am 9. Jänner 1894 in Göfis geboren. Nach der Matura – im Jahr 1914 – trat Carl Lampert ins Priesterseminar in Brixen ein, wo er 1918 zum Priester geweiht wurde. Auf seine Kaplansjahre in Dornbirn St. Martin folgte ein Kirchenrechtsstudium in Rom, bis Carl Lampert schließlich 1935 damit beauftragt wurde, in der Diözese Innsbruck das Kirchliche Gericht aufzubauen.
1939 wurde Carl Lampert schließlich zum Provikar ernannt und war damit Stellvertreter des damaligen Bischofs Paulus Rusch.
Während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft setzte sich Carl Lampert vor allem für die Rechte der Menschen und der Kirche ein und wird mehrmals in Gestapo-Haft genommen.
Carl Lampert wird ins KZ Dachau deportiert und schließlich nach Stettin verbannt. 1943 wird Carl Lampert erneut verhaftet und mehrfach zum Tode verurteilt. Anklagepunkte waren u. a. Spionage und Begünstigung von Zwangsarbeitern. Am 13. November 1944 wird Carl Lampert in Halle/Saale hingerichtet.

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