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Den Wein wiedergebracht

Mit Blick auf Göfis und in den Walgau liegt der idyllische Weinberg.
Mit Blick auf Göfis und in den Walgau liegt der idyllische Weinberg. ©Henning Heilmann
Einst war der Weinbau in Göfis weit verbreitet. Wo sich vor 100 Jahren ein Weinberg befand, lässt ein Göfner die Geschichte wieder aufleben. Erste Auszeichnungen geben Gert Markowski recht: Seine Weine sind ein Geheimtipp und zählen zu dem besten, was das alte Weintal Walgau zu bieten hat.
Gert Markowski und sein Weinbau in Göfis

GÖFIS Ein Dutzend Jahre ist es her, da tauschte sich Gert Markowski in einem Göfner Lokal mit einem Freund über die Zukunft aus. 2005, im weltweit zweitwärmsten Sommer seit 1880, entstand die zündende Idee: Wieso nicht die in Göfis einst weit verbreitete Tradition des Weinbaus wieder aufgreifen? Fix eignete sich der Göfner Winzer erstes Wissen an, ortskundige Bauern erzählten ihm alte Geschichten vom Weinbau in Göfis. Noch im selben Jahr wurde ein geeignetes Grundstück ausfindig gemacht, und eine erste Bodenprobe wurde in der Lehr- und Versuchsanstalt für Obst- und Weinbau in Klosterneuburg positiv begutachtet. Ein langfristiger Pachtvertrag wurde vereinbart.

Rückblende: Göfis im Jahre 1880. 18 Torkel prägen das Ortsbild, an beinahe jeder Ecke wird Wein gepresst. Der Wein aus dem Walgau genießt einen ausgezeichneten Ruf und wird mit Südtiroler Wein verglichen. Vier Jahre später entsteht am Arlberg der Eisenbahn-Tunnel. Günstige Importe aus Italien und die beginnende Industrialisierung machen dem Weinbau den Garaus. Gert Markowski fasziniert die Geschichte, und so gab er seinem Weinberg den Namen „Chesa Druschauna“, welcher auf den römischen Eroberer Drusus verweist, mit dem der Wein in den Walgau gekommen sein soll.

Nichtsdestotrotz ist Weinbau im Alpenraum auf 600 Metern Höhe, wo Kühe auf saftigen Bergwiesen grasen, schwieriger und rauer als in manch anderer Gegend. So hatte auch Gert Markowski mit Rückschlägen und Widerständen zu kämpfen. Doch der gelernte Jurist ließ sich nicht beirren. Im Frühjahr 2006 pflanzte er rund 1.100 Reben, errichtete einen Zaun zum Schutz vor dem Wild im Wald und tauschte sich mit Walgauer Winzern aus umliegenden Gemeinden aus. Jede freie Stunde verbringt der Göfner seither im Weinberg. „Die Rebe will jeden Tag den Winzer sehen“, betont der Weinkenner.

Edle Rebsorten

Heute gedeihen in Göfis in sonniger Lage mit idyllischem Blick in den Walgau wieder edle Reben, was sogar das Fachmagazin Falstaff zu einem Abdruck von Markowskis Weinberg bewog. Ein Blick in den Sortenspiegel verrät mehr: 30 Prozent Chardonnay und 20 Prozent Blauburgunder machen die eine Hälfte, Rösler und Blaufränkisch die andere Hälfte aus. Letztere ist Markowskis Lieblingssorte, welche Kräuteraromen und ein Hauch von Himbeere kennzeichnen. Wer den Göfner Wein kennenlernen möchte, kann ihn im BUGO Göfis und von Frühjahr bis Herbst auf den Dorfmärkten erwerben.
Auch das Hotel Gutwinsky in Feldkirch hat den Göfner Wein entdeckt. Reifen tut der Wein in einem alten Weinkeller unterhalb des Gasthofs Kreuz.

Schwieriges Jahr 

Eigentlich kennzeichnet Göfis ein für den Weinbau vorteilhaftes Mikroklima. Vom Süden wehen aus dem Saminatal warme, trockene Föhnwinde herüber, im Norden schützt der Walserkamm. Das Jahr 2017 war aber auch für den Weinbau in Göfis kein leichtes: Der späte Wintereinbruch und Frost nach warmen Frühlingstagen hat den Reben schwer zugesetzt. Über 70 Prozent Ausfall sind zu verzeichnen. Am ehesten vom Frost verschont blieb Markowskis Lieblingssorte, der spätaustreibende Blaufränkisch.

Herz für die Reben

Markovskis Leidenschaft für den Weinbau wurde im Studium geweckt, als er in Röthis im „Torggel“ kellnerte, wo ihm die Seniorchefin vom Weinbau erzählte. Näher mit den Reben vertraut wurde er in Salez, beim Kellerwirtschaftskurs in Klosterneuburg und an der Fachschule Obst & Weinbau in Laimburg in Südtirol. Ein Tourismuslehrgang an der Uni Innsbruck weckte die Freude an der Gastronomie. „Der Weinbau ist intensiv, aber wunderschön“, schwärmt Markowski, der den Göfnern den Wein wiedergebracht hat. HE

ZUR PERSON

Gert Markowski
Geboren am 02.08.1971
Geburtsort: Dornbirn
Wohnort: Göfis
Familienstand:ledig
Lieblingswein: Blaufränkisch
Lieblingsspruch: Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun. (Johannes 15)

www.druschauna.at

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