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Den Ruhestand auf drei Säulen gestellt

Altbürgermeister Hans-Dieter Grabher erzählt von seinen Hobbys, seinem Ruhestand auf drei Säulen.
Altbürgermeister Hans-Dieter Grabher erzählt von seinen Hobbys, seinem Ruhestand auf drei Säulen. ©Edith Hämmerle
Menschen aus der Heimat: Altbürgermeister Hans-Dieter Grabher verrät, wie er nach einer hektischen Zeit seinen Ruhestand verbringt.
Alt-Bgm. Hans-Dieter Grabher

Lustenau 17 Jahre war Hans-Dieter Grabher Lustenaus Gemeindechef. Ein voller Terminkalender war ihm gewiss. Wer diese Position inne hat, für den sind Feiertage und Sonntage nicht zum Ausruhen gedacht. Vielleicht gerade deswegen hieß sein Motto: „Nütze den Tag“. „Bürgermeister von einer so großen Gemeinde zu sein, war für mich eine unglaublich schöne Aufgabe und eine große Herausforderung. Doch ein bisschen leutselig sollte man für dieses Amt schon sein, bemerkt er und lacht dabei. „Als Bürgermeister kann man Großes bewegen und mit Beharrlichkeit vieles erreichen.“ Der gravierende Rückgang der Stickerei fiel in seine Amtszeit. Mit dem Baubeginn des Millennium Parks konnten dann zukunftsorientiert neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Ebenso wurde das Industriegebiet Nord aufgrund der Arbeit seines Vorgängers weiter ausgebaut. Für Grabher waren das zwei wichtige Eckpfeiler angesichts der schwindenden Textilindustrie.
Nach 17 Jahren kehrte im Herbst 2010 mit dem Pensionsantritt Ruhe in ein hektisches Leben. Auf die Frage, wie sich das anfühlte, kam seine Antwort mit einem Schmunzeln. „Es ist alles Kopfsache. Jede Umstellung beginnt im Kopf.“ Deshalb habe er den neuen Lebensabschnitt auf drei Säulen aufgebaut und das „Carpe diem“ aus einem vollen Berufsleben mitgenommen.

Berufswunsch: Lehrer

Er blickt weit zurück, war doch sein Berufswunsch in jungen Jahren ein gänzlich anderer. Nach der Ausbildung unterrichtete er als junger Lehrer an der HS Lustenau-Kirchdorf die Fächer Englisch, Geografie und Sport. Mit den Jahren liebäugelte er aber dann doch mit der Politik und kehrte dem Lehramt endgültig den Rücken, als er zum Landesparteiobmann der FPÖ gewählt wurde. „Es war eine interessante Aufgabe, mich als Landesrat für Wasser- und Straßenbau einzubringen. In mein Ressort fiel auch die Raumplanung und die Abfallwirtschaft.“ Letzteres sei sowieso ein unerschöpfliches Thema, blickt er auf eine intensive Zeit zurück. Trotz allem war es ihm willkommen, als man ihn, nachdem Dieter Alge als Lustenauer Bürgermeister zurückgetreten war, für das Amt vorgeschlagen hat.

Keine Langeweile

„Es ist eine Qualitätsveränderung, den Tag ohne Terminverpflichtung nützen zu können und einfach das zu tun, was man gerne tut“, meint Grabher in Sachen Ruhestand und erwähnt: „Dem sozialen Bereich habe ich die erste Säule gewidmet.“ Die Tätigkeit als Obmann des Vereins Seniorenring mit über 400 Mitgliedern und einem dicht gedrängten Programm, nimmt viel Zeit in Anspruch. Ebenso am Herzen liegt ihm das Ferienheim Bolgenach. Dem Verein steht er gleichfalls als Obmann zur Verfügung. Daneben hat er eine Sachwalterschaft für eine Lustenauer Seniorin übernommen. Über zehn Jahre war er Vize-Obmann vom Roten Kreuz Vorarlberg. Dieses Amt habe er aber vor Kurzem abgegeben. Etwas mehr Zeit sollte für seine Hobbys, die er als zweite Säule bezeichnet, dann doch bleiben. Golf und Tennis stehen ganz vorne. Aber auch die Musik spielt im Leben des Altbürgermeisters eine große Rolle. Bereits als junger Musikant verstärkte er den Musikverein Lustenau auf dem Tenorhorn, das er im gesetzteren Alter mit dem Alphorn getauscht hat. Mit Leib und Seele hat er sich den Alphornbläsern verschrieben. „Besonders in der Adventszeit sind wir im Einsatz, auch bei der Lindauer Hafenweihnacht“, das sei jedes Jahr ein bezauberndes Highlight. Überhaupt sei Alphorn ein derart schönes Instrument, erzählt er begeistert von Auftritten in der Gruppe der „Krumbacher Alphornbläser“ oder dem „47er-Alphorntrio“. Last but not least – die dritte Säule gilt der Familie, für die er in der Pension endlich Zeit findet, die davor „Not am Mann“ war. Jetzt kann er mit seiner Frau Melly, die ihn während der Bürgermeister-Ära sehr unterstützt hat, spontan etwas unternehmen. „Und mit neun Enkeln ist immer was los“, schaut der dreifache Vater mit Stolz auf seine Familie. „Wenn der Opa gebraucht wird, ist er da, dann wird anderes zurückgestellt“, gibt er mit einem zufriedenen Schmunzeln preis.

Zur Person:
Hans-Dieter Grabher
Geboren: 1947
Wohnort: Lustenau
Familie: verheiratet mit Melly, 3 Kinder, 9 Enkel
Ausbildung/Laufbahn: LBA Feldkirch (damalige Lehrerbildungsanstalt) HS-Lehrer, Eintritt in den Landtag, 1993 bis 2010 Bürgermeister von Lustenau, 2010: Verleihung Silbernes Ehrenzeichen des Landes, 2011: Ehrenbürgerschaft von Lustenau.
Hobbys: Golf, Tennis, Musik, Alphorn, Wandern
Lebensmotto: „Carpe diem“ (Nütze den Tag)

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