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Den Höhentest bestanden

Feldkirch - Nur zwei Jahre nach einer Lungentransplantation stand Peter Pfeffer am Piz Buin.

Stolz posiert Peter Pfeffer vor dem Gipfelkreuz am Piz Buin. Den höchsten Berg des Landes zum ersten Mal zu bewältigen ist an sich schon ein besonderes Erlebnis. Für den Feldkircher aber zählt es doppelt. Denn er hat nach seiner Lungentransplantation vor zwei Jahren am Wochenende quasi den Höhentest bestanden. „Es ist ein tolles Gefühl, diese Herausforderung geschafft zu haben“, sagt Peter Pfeffer mit breitem Lachen. Dass es möglich wurde, verdankt er nicht zuletzt seiner Liebe zum Sport, den er auch nach dem schweren Eingriff nie aufgegeben hat.

Vererbter Gendefekt

Peter Pfeffer kam mit einem vererbten Gendefekt zur Welt. Er litt an einem sogenannten Alpha 1-Mangel. Dieses Eiweiß verhindert, dass ein anderes Eiweiß, das überwiegend in der Lunge produziert wird, die Wände der Lungenbläschen „anfrisst“. Fehlt es, kann dieses andere Eiweiß die Lungenbläschen ungehindert angreifen. Sie werden zerstört, die Funktion der Lunge nimmt kontinuierlich ab. Es kommt zu einer Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff. In der schlimmsten Phase der Erkrankung bereitete dem gelernten Kfz-Mechaniker sogar das Essen fast übermenschliche Mühe. „Selbst dafür brauchte ich zusätzlichen Sauerstoff“, erzählt er. Von körperlichen Aktivitäten ganz zu schweigen. Er, der über Jahrzehnte aktiv Sport betrieben hatte, war plötzlich zur Untätigkeit verdammt. 17 Jahre ging das so. Nachdem eine medikamentöse Therapie nichts nützte und seine Lungenfunktion nur noch 19 Prozent betrug, entschloss sich Peter Pfeffer zur Transplantation.

Sieben Monate gewartet

Sieben Monate wartete er auf ein Spenderorgan. Dann ging es plötzlich schnell. „Wir haben gerade mit Umbauarbeiten im Haus begonnen als der Anruf aus der Innsbrucker Klinik kam“, erinnert sich Pfeffer noch einmal zurück. Es war an einem Freitagvormittag. Kurze Zeit später lag er auf dem OP-Tisch. Neun Stunden dauerte der komplizierte Eingriff. Doch schon nach wenigen Tagen saß der Patient auf dem Ergometer und begann, an seiner Kondition zu feilen. Peter Pfeffer tat es kontinuierlich und zielstrebig. „Ich wollte einfach wieder leben“, bringt er die Begründung kurz und bündig auf den Punkt.

Medaillen abgeräumt

Das tut der begeisterte Ballfreund. War es früher der Fußball, ist es heute der Tennisball, der Peter Pfeffer zur Bewegung animiert. Als erster Vorarlberger nahm er Ende Juni an den Europäischen Sportspielen der Herz- und Lungentransplantierten in Schweden teil und räumte mit drei Goldmedaillen im Tennis und Schlagball sowie zwei Bronzemedaillen im Tischtennis gleich kräftig ab. Die Medaillen bezeichnet er als angenehme Nebenerscheinung. Vorrangig geht es ihm darum aufzuzeigen, dass „man auch in einer solchen Situation noch leistungsfähig ist“. Denn die Einschränkungen sind nicht ohne. Peter Pfeffer darf wegen der Pilz- und Sporengefahr keine Gartenarbeit mehr verrichten. Er muss beim Essen auf vieles verzichten, muss Großveranstaltungen wegen der Infektionsgefahr meiden, täglich 17 Tabletten schlucken und verschiedene Messungen durchführen. „Aber ich lebe“, merkt er ohne Pathos an. Seine Erfahrungen gibt der Familienvater mittlerweile auch in der Vorarlberger Selbsthilfegruppe des Österreichischen Verbandes der Herz- und Lungentransplantierten weiter.

Zur Person

Peter Pfeffer Geboren: 12. März 1958 in Feldkirch
Familienstand: Verheiratet, 1 Sohn
Hobbys: Sport und Reisen

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