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Den Ball haben die Kinder am meisten vermisst

Aydin Akdeniz und sein Trainer-Team vom U8 (Andreas Morscher und Christian Bitriol) freuen sich, dass wenigstens der Nachwuchs endlich wieder trainieren kann.
Aydin Akdeniz und sein Trainer-Team vom U8 (Andreas Morscher und Christian Bitriol) freuen sich, dass wenigstens der Nachwuchs endlich wieder trainieren kann. ©Akdeniz
FCD-Trainer Aydin Akdeniz und seine U8 freuen sich auf das Restart-Fußballtraining.
Den Ball haben die Kinder am meisten vermisst

Dornbirn. Der kommende Dienstag wird für die U8-Spieler des FC Dornbirn ein ganz großer Tag: „Endlich wieder zurück auf den Fußballplatz und kicken!“ Auch U8-Coach Aydin Akdeniz ist erleichtert und freut sich auf den Restart, allerdings auch mit einem weinenden Auge. „Es ist grundsätzlich sehr erfreulich, dass wir am 15.3. wieder starten dürfen. Ein Training mit 2m-Abstand ist für den Anfang natürlich ok, allerdings auf Dauer auch keine Lösung, da die Kinder den Spieltrieb in sich haben und spielen wollen“, erklärt er. Und: „Als Trainer der 1b-Mannschaft würde ich mir aber mehr Klarheit wünschen. Für die Funktionäre, Trainer und Spieler ist die Ungewissheit ob oder wann es losgeht das Schlimmste“, betont Akdeniz, der neben der U8 auch gemeinsam mit Robert Brzaj die FCD-Amateure trainiert – und für die heißt es immer noch „warten und Geduld üben“.

Schwieriges Jahr als dreifach Betroffener

Die vergangenen Monate waren für Aydin Akdeniz eine besondere Herausforderung, gleich in „dreifacher Form“. Der 39-jährige ist nicht nur Fußballtrainer, sondern auch zweifacher Papa und Lehrer an der Polytechnischen Schule in Dornbirn. „Unsere Kinder besuchen die jahrgangsdurchmischte Montessori-Klasse der VS-Kirchdorf in Lustenau. Für unsere neunjährige Tochter Jülide war das Homeschooling nichts Neues – sie geht in die dritte Klasse, aber unser Sohn Ergün ist Erstklässler und so musste er das Lesen und Schreiben z.T. zu Hause lernen bzw. festigen. An dieser Stelle möchte ich das Engagement der Lehrpersonen dieser Klasse hervorheben. Sie waren stets für die Kinder da und haben sie hervorragend durch den Lockdown gebracht“, bedankt sich Akdeniz. Auch für seine Schüler am Poly war das Schuljahr äußerst schwierig. „Da unsere Schule sehr praxisorientiert ist und wir im Normalfall sehr viele Betriebe besuchen gehen, mussten wir heuer besonders kreativ sein. So haben wir Betriebe via Videokonferenzen vorgestellt, wodurch die Schüler wenigstens ein bisschen ein Gefühl für den Betrieb bekommen konnten. In einigen Branchen – vor allem in der Industrie – war das Schnuppern weiterhin möglich, jedoch mussten wir den Schülern des Fachbereichs Tourismus besonders unter die Arme greifen“, schildert der engagierte Lehrer.

Familie und Lehrer im Ausnahmezustand

Langeweile kam auch bei der Familie Akdeniz daheim nicht auf: „Ich war plötzlich auch Lehrer meiner Kinder und meiner Frau erging es nicht anders – sie ist Lehrerin in der Mittelschule. An manchen Tagen hatten wir zur gleichen Zeit in drei verschiedenen Räumen Online-Unterricht“, so der Lustenauer zum „ganz normalen Corona-Wahnsinn“.

Neben Homeschooling mit Kindern und Schülern, galt es zudem noch die Motivation seiner Kicker aufrechtzuerhalten. „Natürlich kann man die Spieler über eine gewisse Zeit über Cyber-Trainings und Lauftrainings aktiv halten – aber auch da lässt der Ehrgeiz irgendwann nach“, bedauert er. Umso größer ist die Vorfreude nun auf die kommende Woche, wenn endlich wieder ein Nachwuchstraining auf der Birkenwiese stattfinden kann. Erfahrungen in Sachen Abstandstraining hat man bereits vom Frühjahr. „Im ersten Training werden wir ausschließlich Übungen mit dem Ball machen, denn den haben die Kids am meisten vermisst.“ Akdeniz zweifelt zwar, dass eine Fortsetzung des Spielbetriebs noch möglich wird, hofft aber, dass zumindest die fehlenden Spiele der Hinrunde in der Amateurliga noch durchgeführt werden und sich bei den Kleinen noch ein schönes Abschlussturnier ausgeht – „das wäre zumindest ein kleines Trostpflaster.“

 

 

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