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Deftige Mahlzeiten im Zoo Schönbrunn

Beim Tabu-Thema "Raubtierfütterung" setzt der Schönbrunner Zoo auf eine naturnahe Methode. In anderen Ländern schreckt man vor Verfütterung ganzer Tiere zurück.

Was in vielen ausländischen Zoos ein Tabu-Thema darstellt, ist im Wiener Tiergarten Schönbrunn ganz natürlich: Anstatt eines appetitlich anzusehenden Steaks werden ganze Tiere, mit Knochen, Fell und Innereien an Raubkatzen verfüttert. In Deutschland beispielsweise wird die Verfütterung ganzer Vierbeiner in vielen Zoos mit großer Skepsis betrachtet.

Anstatt ins Schlachthaus werden in Wien die Ziegen, Schafe und Kaninchen des Zoo eigenen „Tiroler Bauernhofes“ ins Gehege der Fleischfresser gebracht, „natürlich nicht mehr lebend“, erklärte der zoologische Kurator, Herwig Pucher, im Gespräch mit der APA. Für Pucher ist es eine Selbstverständlichkeit, dass seinen Schützlingen nur beste Qualität geboten wird. Die Tiere brauchen nicht nur das pure Fleisch sondern auch Knochen, Fell und Innereien für eine ausgewogene Ernährung.

Trotzdem schrecken viele Tiergärten vor der naturnahen Methode zurück: Laut Jörg Adler, dem Direktor des Münsteraner Tiergartens in Deutschland, sei die Furcht vor ausbleibenden Besuchern und Protesten der Tierschützer zu groß, sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

In den USA geht man mit dem Thema noch extremer um, berichtete Adler: Dort werde in oft nur Hackfleisch und Mineralpulver verfüttert, schilderte er. In Wien betrachtet man diese Entwicklung als völlige Entfremdung der Natur. Dies sei heuchlerisch und ernährungsphysiologisch unverantwortlich, so Pucher.

Der Wiener Kurator stimmte zwar zu, dass es sich um ein sehr emotionales Thema handle, allerdings habe man als Tierpark auch einen Bildungsauftrag, betonte er: Es sei wenig sinnvoll, den Leuten ein falsches Bild von Raubtieren zu geben. Diese würden nun einmal ein Tier im Urzustand und keine vorbereiteten Steaks fressen. Über durch blutige Szenen erschreckte Schönbrunn-Besucher ist jedenfalls nichts bekannt. Außerdem: Anders als viele Schlachttiere, die für den Menschen gezüchtet werden, hat ein Großteil des in Schönbrunn aufgezogenen „Futters“ für die Raubkatzen ein schönes Leben im Tiergarten gehabt und keine Transportwege erlebt.

Im deutschen Nürnberger Tierpark bekennt man sich ebenfalls zur artgerechten Raubtierfütterung. Dort löst die Verfütterung ganzer Vierbeiner auch Platzprobleme, erklärte der stellvertretende Direktor Helmut Mägdefrau. Neben Schafen und Ziegen werden auch Antilopen oder Hirsche geschlachtet. 20 Prozent des Fleischbedarfes deckt der Zoo mit eigenem Bestand ab, berichtete die dpa.

So eine große Auswahl gibt es für die Schönbrunner Tierbewohner nicht, auch der Streichelzoo bleibe unangetastet, versicherte Pucher. Was der hauseigene Bauernhof nicht liefern kann, werde aus Schlachthäusern bestellt. Aber auch in diesem Fall werde darauf Wert gelegt, dass das Fleisch nahrhaft anstatt schön anzusehen ist.

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