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Das Trauma noch nicht besiegt

Lauterach - Bald jährt sich der Flugzeugcrash von Phuket. Und Marcel Squinobal klagt an.

16. September 2007. Eine Schreckensnachricht geht um die Welt. Bei einem fürchterlichen Crash in strömendem Regen bricht im thailändischen Phuket ein Flugzeug bei der Landung auseinander. 90 Menschen sterben, 40 überleben. Unter ihnen auch der Lauteracher Marcel Sqinobal, 33, und sein Freund Christoph Falchetti, 27.

Die Petition

Knapp ein Jahr danach erheben Squinobal und Falchetti heftige Vorwürfe gegen die Betreiber der thailändischen Fluglinie „One-Two-Go“, auf deren Konto der Todesflug ging. Aber auch auf die österreichische Bundesregierung ist Squinobal sauer. „Wir fordern eine unabhängige Untersuchung des Unglücks, wir wollen wissen, was alles bei „One-Two-Go“ nicht in Ordnung war. Wie zum Beispiel die erwiesenermaßen mangelhafte Ausbildung der Piloten.“ Der Bundesregierung wirft Squinobal vor, keinerlei Unterstützung erhalten zu haben. „Wir wollten grundsätzliche Informationen über Klagsmöglichkeiten. Wir baten die Außenministerin um Kontakte in Thailand. Ich habe ihr vor Monaten ein Mail geschrieben und bis heute nicht einmal eine Antwort erhalten“, ist der Gastronom verbittert. Eine Petition an die thailändische Regierung haben Überlebende und Angehörige der Opfer ins Leben gerufen, 5000 Unterschriften wurden bereits dafür geleistet.

Die Zeit drängt

Erst kürzlich erfuhr Squinobal, „dass wir bis spätestens zum 16. September, dem Jahrestag des Unglücks, eine Klage einreichen müssen. Ansonsten verfallen nach thailändischem Recht sämtliche Ansprüche. Solche Informationen könnte dir das Außenministerium doch besorgen. Aber Politiker üben sich wohl nur in der Stunde der Tragödie medienwirksam in Trauer. Danach wird offensichtlich alles vergessen.“ Verbissen und täglich suchen Squinobal und Falchetti Verbündete in ihrem Kampf gegen die Verantwortlichen des Flugzeug­crashs. „Wir sind mit zehn der 40 Überlebenden in Kontakt.“

Riesiges Glück

Die Folgen des traumatischen Erlebnisses im Flugzeug haben Squinobal und Falchetti laut eigenen Aussagen noch lange nicht überwunden. „Ich brauche immer noch Medikamente. Als ich vor einiger Zeit von Barcelona nach Hause flog und wir in Turbulenzen kamen, zitterte ich am ganzen Körper. Das tu` ich aber auch gelegentlich, ohne in einem Flieger zu sein, weil die Erinnerungen immer wieder kommen“, berichtet der 34-Jährige. Er und Falchetti hatten damals riesiges Glück. Sie konnten der Unglücksmaschine nur deswegen nahezu unversehrt entsteigen, weil sie zufällig Plätze im hinteren Teil des Flugzeugs hatten. Der Link zur Petition über die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung des Flugzeugunglücks von Phuket unter http://investigateudom.com

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