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Das richtige Wandern erlernen

Die angehenden Wanderführer mit Leiter Hanno Dönz (Mitte) genießen den Kristberg und freuten sich auf die Praxis.
Die angehenden Wanderführer mit Leiter Hanno Dönz (Mitte) genießen den Kristberg und freuten sich auf die Praxis. ©est/ Foto Praxis: Helmut Düringer
Die Wanderführerausbildung für 21 Teilnehmer startete vor Kurzem am Kristberg.
Die angehenden Wanderführer am Kristberg

Silbertal Im besonderen Ambiente des Panoramagasthauses absolvierten kürzlich 21 Teilnehmer den ersten Teil der Wanderführer-Ausbildung. Der zweite Teil findet für diese Gruppe im Nenzinger Himmel, der dritte Teil, ist seit 2016 ein Winterkurs und wird dann stattfinden. Die Ausbildung dauert 18 Tage mit Theorie und sieben Tage Praxis.

Komplexe Lehrinhalte

Die junge Berufsgruppe gründete 1982 der Schrunser Wendelin Tschugmel. Seit 2003 leitet Hanno Dönz, ebenso aus Schruns, die Wanderführerausbildung. Er ist Obmann vom Vorarlberger Berufsverband, wie die der Berg-, Kletter- und der Canyoning-Führer. Der Montafoner ist auch Sportkletterlehrer und ist im In- und Ausland tätig. Als Motivation ist “Die Liebe zur Natur, zu den Bergen und zu Menschen notwendig. Unsere ausgebildeten Wanderführer sind sehr begehrt, bringen sie doch unseren Gästen die Natur näher und können Zusammenhänge, wie die Geschichte von einem Gebiet oder einfach Berge und Natur besser erklären“, so der Leiter.

Die Inhalte im theoretischen Teil sind komplex, wie Wetter- und Kartenkunde, Tourenplanung, Erste Hilfe, Rechtskunde mit dem Staatsanwalt, über Fauna und Flora, Pädagogik, ein Historiker Vortrag mit Michael Kasper. Im praktischer Teil stehen „Orientierungslauf mit Karte und Kompass“, Erste Hilfe mit Bergrettung und andere interessante Lehreinheiten auf dem Programm, sowie eine Prüfung. Der Dritte Teil ist ein Winterkurs mit Unterricht in Lawinenkunde, Schneeschuhwanderungen und schließt ebenfalls mit einer Prüfung ab.

Teilnehmer kommen aus dem In- und Ausland

Das Alter der Teilnehmer ist von 18 Jahren aufwärts bis zum Pensionsalter. Sie kommen aus dem Großraum Vorarlberg, aus der Ostschweiz, dem Allgäu, aus Liechtenstein und auch vereinzelt mit internationalem Hintergrund. Die Teilnehmer machen diese vielseitige Ausbildung für sich selber, für Vereine, Alpinschulen und aus anderen Interessen. Die Unkosten für die Ausbildung betragen rund 2000 Euro plus die Nächtigungsgebühren. „Die Ausbildung ist für mich mega cool. Ich komme aus Utrecht und lebe in Schoppernau und kann diese Ausbildung bei unseren Feriengästen gut anwenden“, sagt Fiona begeistert“. Und Melanie aus Siegmaringen meint „Ich liebe die Berge, es ist für mich Outdoor-Fitness. Irgendwann möchte ich dann auch in die Berge ziehen“. Beide Lernenden finden dazu ergänzend, dass ihre Referenten ihnen mit Leidenschaft ihr Wissen vermitteln.

Lange Wartelisten

Die frisch gebackenen Wanderführer dürfen sich als „Staatlich befugter Wanderführer“ nennen und sind berechtigt, im EU-Raum und weltweit Wanderungen durchzuführen. Als Zusatzqualifikation können Interessenten den IML „International Mountain Leader“ für weiter weltweite Wanderungen absolvieren. Die Absolventen dürfen mit den Wandergruppen überall unterwegs sein, es darf aber keine Absturzgefahr herrschen, ebenso kein Klettern und keine Gletscherbegehung. Die Wanderführerausbildung ist sehr begehrt und es gibt daher lange Wartelisten für etwaige Bewerber.

Für den Panoramagasthof sind diese Kurse immer sehr bereichernd. “Wir freuen uns, dass wir so wie eine Wiege sein dürfen, wo diese Berufsgruppe geboren wird. Ein großes Plus ist es auch, wenn dadurch der Kristberg in alle Welt hinaus bekannt wird“, so der Hausherr Jürgen Zudrell zufrieden. EST

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