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Das neue HTC One im Test

Das neue HTC One im Kurztest von VOL.AT.
Das neue HTC One im Kurztest von VOL.AT. ©VOL.AT/Martin Suppersberger
Der Smartphone-Hersteller HTC will sich mit einem neuen Spitzenmodell aus der Krise kämpfen. Das Unternehmen aus Taiwan stellte Ende März in New York eine neue Version seines Flaggschiff-Smartphones HTC One mit dem Beinamen M8 vor.

Es hat einen 5 Zoll großen Bildschirm mit einer äußerst hohen Auflösung (1920 x 1080 Pixel) und einen schnelleren Chip, Qualcomms neuen Snapdragon 801.

HTC kämpft mit deutlichen Absatzproblemen. Nicht zuletzt durch intensives Marketing von Android-Marktführer Samsung wurde HCT abgehängt. Mit der Verpflichtung des Marketingexperten Paul Golden von Samsung will HTC diese Schwäche der letzten Jahre in eine Stärke verwandeln.

Das neue HTC One (M8)

Wurde das 2013er HTC One von Testern und Experten hoch gelobt, fand es bei den Konsumenten kaum Absatz. Für 2014 soll sich das mit einer Reihe von Neuerungen am Topmodell vom HTC ändern.

HTC One links im aktuellen Gewand, rechts das Vorjahresmodell.
HTC One links im aktuellen Gewand, rechts das Vorjahresmodell. ©HTC One links im aktuellen Gewand, rechts das Vorjahresmodell.

Auch HTC folgt dem Trend in der Smartphonebranche und vergößert das Display von 4,7 auf 5 Zoll. Dadurch wird das ganze Gerät einen guten Zentimeter höher und eine Spur breiter als sein direkter Vorgänger. Grenzwertig groß für eine Bedienung mit nur einer Hand, selbst für lange und geschickte Finger. Mit 160 Gramm Gewicht gibt es auch in dieser technischen Kategorie ein leichtes Plus zu verzeichnen. Die an der Vorderseite angebrachten Stereolautsprecher sind zwar qualitativ absolute Spitze am Smartphonemarkt, zusammen mit viel Platz für das Firmenlogo auf der Vorderseite, muss sich HTC aber die Frage gefallen lassen ob Platzsparen nicht sinnvoller gewesen wäre. Die Taiwanesen selbst betonen, den Platz für die verbesserte Hardware des HTC One zu nutzen.

 HTC setzt auf Alu-Gehäuse

Zumindest optisch hervorragend verpackt hat man in Taiwan diese Hardware. Der hochwertige Unibody aus Aluminium spricht vor allem jene Käufer an denen die Produkte der Konkurrenz, vornämlich Samsung mit dem aktuellen Galaxy S5, zu sehr auf Kunststoff setzen. Design mag immer auch Geschmacksache sein, aber das neue HTC-Flagschiff weiß durchaus optisch zu begeistern. Das Testgerät in grau wirkte elegant und modern, ohne in einen “Technik-Spielzeug-Look” abzugleiten. Besonders positiv aufgefallen: Das Alugehäuse des HTC One nimmt auch nur wenig Fingerabdrücke an. Wo Marketingabteilungen von “wertigem” Design sprechen, könnte man auch einfach “eine saubere Sache” sagen.

Voder und Rückseite des neuen HTC One.
Voder und Rückseite des neuen HTC One. ©Voder und Rückseite des neuen HTC One.

Wie das Gehäuse wurde auch der Akku vergrößert, allerdings nur minimal. Aktuell leistet dieser 2.600 mAh (Milliamperestunden). In Kombination mit dem neuen Prozessor sorgt das aber für eine erfreulich hohe Laufzeit. Einen Tag übersteht das HTC One (M8) laut mehreren Tests, selbst bei starker Nutzung, problemlos. Wechseln lässt er sich allerdings nicht.

Neuer Prozessor fürs Stromsparen

Im Inneren sitzt ein Snapdragon 801 mit vier Kernen und einer Taktfrequenz von 2,3 Ghz als Hauptprozessor, unterstützt von einem Adreno 330, der die Grafikaufgaben auf dem HTC One übernimmt. Der Snapdragon 801 selbst ist ein moderates Upgrade zum 800er aus dem Vorgänger, punktet aber durch eine reduzierte Leistungsaufnahme – der Akku hält länger durch. Damit ist das HTC One auch im neuen Modelljahr ausgesprochen flott in allen Anwendungen unterwegs.

Ein Snapdragon 801 Vierkernprozessor treibt das HTC One (M8) an.
Ein Snapdragon 801 Vierkernprozessor treibt das HTC One (M8) an. ©Ein Snapdragon 801 Vierkernprozessor treibt das HTC One (M8) an.

Überraschung: Externer Speicher

Beinahe schon ausgestorben bei den Top-Smartphones der letzten Jahre war der Micro-SD-Slot für externe Speicherkarten. HTC halbiert zwar im neuen One den internen Speicherplatz im Vergleich zum Vorgänger auf 16 beziehungsweise 32 Gigabyte, lässt aber eine Erweiterung des Speicherplatzes mit Micro-SD-Karten über den neuen Slot rechts am Gehäuse über dem Lautstärkeregler zu.

Außerdem wechselt HTC vom bisherigen MicroSIM-Steckplatz auf eine NanoSIM, wie in Apple im iPhone für die SIM-Karten verwendet.  LTE ist jetzt als Category 4 dabei und noch schneller, WLAN unterstützt 802.11a/b/g/n/ac, und Bluetooth-4.0 ist ebenfalls mit an Bord.

Im Vergleich zum Vorjahresmodell wandert außerdem der Kopfhöreranschluss von der Ober- an die Unterseite, und der Einschaltknopf oben von links nach rechts. Für Rechtshänder mit einer Hand etwas umständlicher zu erreichen, aber das neue HTC One lässt sich ohnehin auch mit einem doppelten Tippen auf das Display aus dem Standby wecken.

Rundumblick auf das Gehäuse des HTC One (M8).
Rundumblick auf das Gehäuse des HTC One (M8). ©Rundumblick auf das Gehäuse des HTC One (M8).

Die Kamera schwächelt

Eigene Wege geht HTC bei der Kamera auf der Rückseite des Handys. Wie im Vorgänger setzt man auf die Ultrapixel-Technologie. Ultrapixel fangen durch ihre Größe besonders viel Licht ein, was der Kamera bei schlechten Lichtverhältnissen klare Vorteile gegenüber der Konkurrenz bietet. Allerdings beschränkt sich HTC weiterhin auf eine Auflösung von nur vier Megapixel. Eine zweite, leistungsschwächere Kamera an der Rückseite zeichnet bei jedem Bild zusätzlich Tiefeninformationen auf. Damit lassen sich in der Nachbearbeitung zumindest einige nette Effekte wie 3D-Wackelbilder, nachträgliche Tiefeneffekte oder eine Verschiebung des Fokus-Punktes erreichen.

Links das Originalbild, rechts mit nachträglich auf den Bildschirm verschobenen Fokus.
Links das Originalbild, rechts mit nachträglich auf den Bildschirm verschobenen Fokus. ©Links das Originalbild, rechts mit nachträglich auf den Bildschirm verschobenen Fokus.

Unter dem Strich verbaut die Konkurrenz bei ihren Kameras aber deutlich bessere Hardware. Auch, wenn der Ultrapixel-Ansatz interessant und die Software der Kamera gut ist, hätte ein umfangreicheres Update der Komponenten hier nicht geschadet.

 

Im Gegensatz dazu biete die Kamera an der Vorderseite nominell sogar mehr Megapixel als die Hauptkamera, nämlich fünf Millionen. Bessere Bilder schießt sie damit natürlich nicht, aber Selfies produziert das neue HTC One damit in bisher ungekannter Qualität. Für viele potentielle Kunden sicher auch ein Kaufargument.

Die “softe” Seite des HTC One

Betriebssystem ist Android 4.4.2 inklusive der eigenen Sense-Oberfläche von HTC in der Version 6.0. Optisch auffälligstes Merkmal ist der Blinkfeed, der Nachrichten aus zahlreichen auswählbaren Themengebieten optisch hübsch am Handy präsentiert. Insgesamt passen die von HTC durchgeführten Anpassungen gut ins Erscheinungsbild von Android.

Die Software der Kamera biete zahlreiche Optionen für die Nachbearbeitung.
Die Software der Kamera biete zahlreiche Optionen für die Nachbearbeitung. ©Die Software der Kamera biete zahlreiche Optionen für die Nachbearbeitung.

Auch HTC hat sich mittlerweile entschlossen seine eigenen Apps über den Play Store updaten zu lassen. Gut für die Kunden. Damit bleibt das HTC One ohne große Updates laufen aktuell und auch die Sicherheit des Smartphones wird softwareseitig so besser gewährleistet.

Deckel drauf und gut ist

Eine Schutzhülle liefert HTC für das One bereits mit, eine besondere Erwähnung hat sich aber das extern erhältliche Dot View Cover verdient. Schließt man dieses Cover aktiviert das HTC One einen Spezialmodus, in dem durch den löchrige Cover-Deckel in einem gelungenen 80er Jahre Pixel-Look die Uhrzeit und ein aktuelles Wettersymbol angezeigt werden.

Das Dot View Cover gibt es in mehreren Farben.
Das Dot View Cover gibt es in mehreren Farben. ©Das Dot View Cover gibt es in mehreren Farben.

Wann, wo und wieviel

Seit 4. April ist das HTC One (M8) in Österreich in den Farben grau, silber und sogar gold zu haben. Elektro-Großhändler wie Mediamarkt oder Saturn wollen 649 Euro, Österreichs Mobilfunker bieten es alle in Kombination mit verschiedenen Tarifen an.

Das Fazit zum HTC One (M8)

Das neue HTC One (M8) hätte es verdient von der zahlenden Kundschaft weit wohlwollender als sein Vorgänger honoriert zu werden. HTC wirft mit dem neuen One ein Smartphone auf den Markt das es mit jedem Mitbewerber aufnehmen kann. Die Verarbeitung sucht auf dem Android-Sektor ihresgleichen, die Hardware ist, mit Ausnahme der Kamera, absolut Top und auf der Softwareseite passt HTC sein eigenes System überzeugender an Googles Android-Betriebssystem an als andere Hersteller.

Das neue Modell mag schon ein recht großer Brocken unter den Smartphones geworden sein, aber das Design ist ausgesprochen gut gelungen. Es liegt gut in der, zugegeben großen, Hand und fühlt sich dank dem Unibody-Gehäuse aus Aluminium auch an wie ein Telefon, für das man mehr als 600 Euro hinlegen muss. Wer also ein top Android-Handy sucht, und lieber ohne Plastik an seinem High-End Smartphone auskommt, kann bedenkenlos zum HTC One (M8) greifen.

Ausführlicher Test von PC Welt

(VOL.AT/Martin Supperserger)

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