"Das lässigste Funkenabbrennen meines Lebens"

Am "Vorfeuer" des Funkens auf der Kresta in Tschagguns entzündete Jürgen Bahl seine Seilfackel, die er während des Funkenabbrennens schwang.
Am "Vorfeuer" des Funkens auf der Kresta in Tschagguns entzündete Jürgen Bahl seine Seilfackel, die er während des Funkenabbrennens schwang. ©Gerhard Scopoli
Funken auf der Kresta

Tschagguns. “Ich bin seit mindestens acht Jahren Stammgast beim Funken auf der Kresta in Tschagguns. Heuer war das Funkenabbrennen am lässigsten. So etwas habe ich in meinen 49 Lebensjahren bisher noch nie erlebt”, fasste etwa Hubert Sander am Freitagabend seine große Begeisterung über das alte, lebendige Brauchtum in Worte.

Bei guten Wetterverhältnissen ist der Funkenplatz auf der Kresta geradezu ideal. Nachdem am Freitag der Vorwoche die vom Bödmenstein stammende Funkentanne aufgestellt und der Funkentisch errichtet worden waren, konnte am Samstag mit dem Funkenbau begonnen werden. Mit “Feuereifer” schufen die zehn Funkenbauer aus drei bis vier Kubikmetern Holz einen fast zehn Meter hohen, achteckigen Funken, der innen mit “Steigana” ausgefüllt wurde. Holzwolle wurde äußerst sparsam eingesetzt und hatte ausschließlich den Zweck, das Entzünden des Funkens zu erleichtern. Am Funkensonntag musste das Funkenabbrennen dann bekanntlich aus Sicherheitsgründen auf Freitag verschoben werden. Seit vielen Jahren gehört zum Kresta-Funken das Fackelrad, welches Ernst Lange auch heuer wieder mit Unterstützung seines jüngeren Sohnes Michael vorbereitet und in Gang gesetzt hat. Michael´s Bruder, Walter, trat indessen als Hoffotograf in Aktion und konnte seine stattliche Sammlung an Funkenfotos bestimmt um viele sensationelle Aufnahmen erweitern. Den ersten Funken auf der Kresta errichteten übrigens Daniel Mangeng und Helmut Sprickler. Das war vor 15 Jahren. Der Funken bestand aus Bauholz und erreichte eine Höhe von sechs Metern.

STIMMEN ZUM “FUNKEN OF D´R KRESTA”

Heinz Mangard, Funkenmeister: “Der Funken auf der Kresta soll ein kleiner sein, rein für die Pflege des Brauchtums und die Gaudi. In der Nacht auf den Funkensonntag gab es eine Funkenwache mit Bewirtung gegen freiwillige Spenden. Am Sonntagabend haben wir das Funkenabbrennen aus Sicherheitsgründen auf Freitag verschoben.”

Richard Fleisch, Funkenbauer: “Das Funkenabbrennen ist gut gegangen. Der Funken hat schön gerade hinauf gebrannt. Ich war heuer zum siebten Mal als Funkenbauer mit dabei.”

Petra Lange: “Für mich war der Funkentermin am Freitag vorteilhaft. Die Kinder mussten nicht so früh ins Bett und ich konnte länger mit meinen Freunden beim Funken bleiben.”

Reinhard Moser: “Seit sieben Jahren komme ich gerne zu jedem Funkenabbrennen auf der Kresta. Mir gefällt die Gesellschaft. Der heurige Funken brannte gerade wie eine Kerze und war wunderschön.”

Werner Olipic, Funkenbauer: “Das Funkenabbrennen am Freitag ist gut abgegangen. Am vergangenen Sonntag haben es die Leute verstanden, dass der Funken nicht angezündet werden konnte.”

Margot Lange: “Das Funkenabbrennen war sehr schön. Am besten gefallen hat mir natürlich das Fackelrad meines Mannes und Schwiegervaters.”

Jürgen Bahl: “Ich mag das alte Brauchtum des Funkenabbrennens sehr gerne. Schon früher hat es mich fasziniert, wenn alte Tschaggunser ‘mächtige’ Seilfackeln geschwungen haben. Am Funkenabbrennen auf der Kresta schätze ich, dass es im kleinen Rahmen über die Bühen geht und keine Geschäftemacherei betrieben wird. Wenn der Funken am Funkensonntag abgebrannt wird, sind von der Kresta aus auch der Fritza-Tobel-Funken mit dem Fackelrad am Bartholomäberg und der Funken beim Vandanser Schwimmbad zu sehen.”

Kurt Salzmann: “Seit einigen Jahren besuche ich am Funkensonntag immer den Funken auf der Kresta. Durch die gelungene Baukunst hat der Funken lange gebrannt. Beim Funkenabbrennen auf der Kresta ist man in familiärer Gesellschaft. Man kennt den Großteil der Leute. Es ist überschaubar und gemütlich. Das ganze Ambiente um den Funken ist so, wie es sein sollte, also ohne Feuerwerk. Nach dem Abbrennen des Funkens gibt es ein gemütliches Beisammensein mit Freunden und Bekannten.”

René Flöry, aushilfsweise Funkenbauer: “Am vorigen Samstag hatten wir super Wetter. Daher kam ich zum Funkenplatz auf der Kresta, um ‘a Schwätzli’ zu machen, wurde aber – eins, zwei, drei – zum Funkenbauen mit ‘Ritschi’ eingeteilt. Am Ende der Arbeit hatte ich einen blauen Finger, und mir kam vor, dass der Hammer an meiner Hand festgewachsen war. Das heurige Funkenabbrennen war ganz schön, weil es ‘ganz höfili’ begonnen hat.”

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