„Das einfache Leben auf der Alpe bereichert“

Nach einer strengen Alpsaison wieder zurück auf dem Hof im Dornbirner Ried: Silke und Elfried Rhomberg mit Sohn Lorenz. EH
Nach einer strengen Alpsaison wieder zurück auf dem Hof im Dornbirner Ried: Silke und Elfried Rhomberg mit Sohn Lorenz. EH ©Edith Hämmerle/Rita Wohlgenannt
Silke und Elfried Rhomberg bewirtschaften die Alpen Sack und Gampernest.
Einfaches Leben auf der Alpe

Dornbirn. Heuer war es bereits der fünfte Sommer, den die Bauernfamilie Rhomberg auf den Alpen Sack und Gampernest verbrachte. Bereits Anfang Juni zogen Silke und Elfried Rhomberg mit 48 Milchkühen und dem Jungvieh, 55 Kälber und Rinder, vom landwirtschaftlichen Hof in Dornbirn hinauf auf die Voralpe Sack im Gebiet Laternsertal. Die kleine Alphütte liegt noch unterhalb der Baumgrenze auf rund 1300 Metern und ist von Waldgebiet umgeben. Jedes Jahr wird das Paar vom jüngsten Spross der Familie begleitet. Die Aufgabe des inzwischen 13-jährigen Lorenz ist in erster Linie das Einzäunen, er mäht auch das Unkraut, heuer versuchte er sein Geschick erstmals beim Melken der Tiere. „Das Leben auf der Sackalpe ist ein einfaches“, sagt Silke. Sie holt das Wasser draußen am Brunnen. Der Brunnentrog dient ebenso für den Abwasch. Sie sei tagtäglich von morgens bis abends an der Arbeit. Trotz einfachster Verhältnisse, erzählt sie weiter, gefällt ihr das Alpleben. Sie schätzt die unberührte Natur, außerdem habe man hier oben mehr Kontakt zum Vieh. Sie fühle sich wie in einer anderen Welt, beschreibt sie die andere Lebensweise im Sommer. „Der Stress unter Zeitdruck, den wir im „normalen Leben“ haben, fällt weg.“ Untertags, wenn das Vieh draußen ist, stellt sie Butter, Topfen und Frischkäse her, ausreichend für Familie und Besucher.

Wechsel auf Gampernest

Nach zwei Wochen erfolgt der Wechsel auf Gampernest. Dann geht es aufwärts zur weit größeren Alpe, die ungefähr 400 Meter höher liegt und sich bereits über der Baumgrenze befindet. „Im Vergleich zur Alpe Sack ist Gampernest beinahe feudal, geräumig und mit Fließwasser ausgestattet“, erwähnt Silke lachend. Die Alpe, idyllisch eingebettet in die Berglandschaft, öffnet den Blick auf Furkajoch und Walserkamm. Dann beginnt auch eine strenge Alpsaison für Silkes Mann Elfried, der die Arbeit am familieneigenen Hof im Dornbirner Ried voll und ganz auf die Alpe verlegt. Mit dem restlichen Viehbestand des Hofs, darunter Pferde, Esel und Ziegen, ebenso das Kleinvieh wie Hasen und Hühner, begibt er sich hinauf auf Gampernest. Natürlich sind die beiden Hunde der Familie, die als Wächter der Herde ihre Dienste tun, dabei.

Familienbetrieb

Die älteren Söhne der Familie, Mark (23) und Linus (21), kümmern sich während dieser Zeit neben ihrem Beruf um die Einbringung des Heues und helfen am Wochenende auf der Alpe mit. „Der Zusammenhalt der Familie ist das Wichtigste“, betont Elfried, „sonst wäre das Ganze nicht machbar.“ Es gelte die Alpe mit 380 ha, davon 74 ha Weideflächen, zu bewirtschaften. Außerdem müsse die Pacht für beide Alpen bezahlt werden. Bis Ende August bleibt der Landwirt auf der Alpe, seine Frau bleibt mit dem Jungvieh noch bis Mitte September. Dann werden die Alphütten dicht gemacht. Das gibt der Natur Zeit sich zu erholen, ehe im nächsten Sommer die Saison wieder beginnt. EH

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