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Das Darknet: Die dunkle Seite des Internets

70 Prozent der angebotenen Waren im Darknet sind illegale Drogen.
70 Prozent der angebotenen Waren im Darknet sind illegale Drogen. ©Shutterstock
Im Darknet tummeln sich Dealer, Pädophile, Waffenhändler, Hacker und Geheimagenten.
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Unterwegs im Darknet

Drogendealer, Pädophile und Killer – das Darknet hat keinen guten Ruf. Der Zugang zum sogenannten Darknet ist nur über einen speziellen Browser bzw. eine Software möglich, die man auf seinem Computer installieren muss. Ursprünglich wurde es geschaffen um amerikanischen Geheimdienstmitarbeitern Sicherheit und Anonymität zu bieten. Heute ist es sowohl ein Umschlagplatz für beinahe jede Form von illegalen Gütern als auch ein Ort, an dem sich Oppositionelle und Dissidenten aus Diktaturen anonym austauschen können.

Raubkopierer

Viele Raubkopierer bieten im Darknet urheberrechtlich geschützte Filme, Musik und Dateien an. Natürlich ist das strafbar, aber Ermittler haben kaum eine Chance, technisch versierte Übeltäter zu erwischen. Die Abfrage von Daten läuft nicht direkt, sondern über mehrere PCs, die alle mit der gleichen Verschlüsselung arbeiten. Erst im Juni hatten Hacker die Datenbank des Seitensprungportals Ashley Madison geknackt und Millionen von Nutzerdaten gestohlen, die sie im Darknet veröffentlichten.

Ein Teil des Deep Web

Das Darknet ist ein Teil des Deep Web, also von jenen Webseiten, die nicht von Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo indexiert sind. Somit sind sie auch nicht über den herkömmliche Wege für Internetnutzer zu erreichen sind. Besonders Drogendealer und Pädophile tummeln sich im Darknet. Nichts scheint hier unmöglich und (fast) alles wird angeboten. Doch die „digitale Tarnkappe“ kann auch schnell fallen.
Der bislang größte Schlag gegen die illegalen Machenschaften im Darknet gelang dem FBI im Oktober 2013, als die US-Ermittler mit Ross Ulbricht den Betreiber der „Silk Road“, einem Drogenumschlagsplatz, verhafteten und die Webseite abschalteten.

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Illegale Waren im Darknet

Schätzungen gehen davon aus, dass das Darknet ca. 1000 mal größer ist als das normale Internet, 70 Prozent der angebotenen Waren sollen jedoch vor allem illegale Drogen sein. Doch damit nicht genug. Einen Syrischen oder Schweizer Pass gefällig? Fälscher locken User mit gefälschten Pässen und Dokumenten. Nazis suchen und bieten verbotene Literatur an, es gibt Anleitungen für den Kreditkartenmissbrauch, Pädophile suchen Gleichgesinnte und pornographisches Material und sogar Auftragskiller bieten ihre Dienste an. So sind Einträge zu finden, in denen ein Mann „Normale Leute“ für einen Preis zwischen 7000 und 15.000 Euro aus dem Weg räumt. Wie ernst man diese Angebote wirklich nehmen kann, ist jedoch die Frage. Finanz-Transaktionen werden im Darknet mit Bitcoins durchgeführt – ein verschlüsseltes elektronisches Währungssystem.

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darknet-assange ©Julian Assange (Foto: AP)

WikiLeaks im Darknet

Die andere Seite der Medaille ist jedoch der Schutz eines jeden Einzelnen, insbesondere der Menschenrechtsaktivisten. So wird die Plattform auch von Wikileaks genutzt. Julian Assange und seine Mitstreiter verbreiten und tauschen über das Darknet Informationen aus, da man hier weitestgehend anonym surfen kann. Die Nutzerzahlen im Darknet sind in den letzten Jahren rasant angestiegen – mit Tendenz nach oben.

Facts:
2002: Microsoft-Mitarbeiter entwickeln und definieren das Darknet, das vom US-Geheimdienst mitfinanziert wird.

2013: FBI-Ermittler nehmen den Betreiber der „Silk Road“ fest, einem Drogenumschlagsplatz im Darknet.

2015: User-Daten vom Seitensprungportal Ashley Madison tauchen im Darknet auf.

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