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Das Alter – nur der Vorhof des Todes?

Herbst des Lebens – eindrucksvoll dargestellt (von links Marcus Harm, Werner Berjak, Renate Neve).
Herbst des Lebens – eindrucksvoll dargestellt (von links Marcus Harm, Werner Berjak, Renate Neve). ©Kulturbühne AMBACH
Das Stück „Die Eisernen“ von Aldo Nicolaj wieder auf Bühnen.


Götzis. (sch) Vor einigen Jahren hatten drei profilierte Vorarlberger Schauspieler mit einem tragikomischen und zutiefst menschlichen Theaterstück großen Erfolg – „Die Eisernen“ des italienischen Autors Aldo Nicolaj (1929-2004). Der unvergessene Klaus Schöch, Brigitte Beck und Charly Winger waren die Protagonisten. Diese 1974 uraufgeführt Tragikomödie kam nun als Koproduktion mit der Villa Falkenhorst und Kultpur Nüziders wieder auf die Bühnenbretter der Region (als Tournee auch bis Konstanz) und ist bis zum 20. Februar 2016 auf dem Spielplan. Ein packendes Stück, ein realistisches Stück, das jedoch stets die Negativa Alter und Tod mit leisem Humor erhellt. Ein Einakter, der rotz Todesnähe Ja zum Leben sagt. Der Bericht bezieht sich auf eine Aufführung im Vereinshaus Götzis.

Altersprobleme

Zwei ältere Männer, Bruno und Luggi, treffen sich auf einer Parkbank. Die Gespräche, die sich entwickeln, sind typisch für diese „Altersklasse“: Vielfache Ängste, vor Einsamkeit, Krankheit, Gebrechlichkeit, Altersheim, Verlust der sozialen und familiären Kontakte usw. Da gesellt sich eine reifere Frau zu den beiden Männern, sie wirkt wie ein positiver Sonnenstrahl und weckt sogar den Optimismus für eine von den Männern schon abgeschriebene Zukunft. So hecken die Senioren sogar einen Plan aus, dem Altersheim zu entfliehen. Doch die Reise kommt für Luggi nicht zustande – er war kein alter „Eiserner“, auf der Bank holt ihn schmerzlos der Tod. Drei beliebte Schauspieler aus Vorarlberg sind in der Regie des bekannten Theatermannes Karl Müller die Akteure des besinnlichen Nicolaj-Abends. Marcus Harm als berührend leiser alter Luggi, Werner Berjak als sein für die Rolle noch etwas zu rüstiger Bruno und Renate Neve als aparte Elvira, welche die alten männlichen Herzen sogar noch ein bisschen höher schlagen lässt … Julia Hummer wob auf ihrer Gitarre einen sensiblen Klangteppich für das Trio, welches durch sein lebensechtes Spiel sehr beeindruckte.

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