Dankbarkeit ans Leben

Lauterach - Rosi Steger engagiert sich seit Jahren ehrenamtlich im Sozialzentrum "Haus Lauterach".

Am Mittwoch ist „Enkeltag”. Da fährt die Eisenbahn drüber. Denn da widmet sich Rosi Steger uneingeschränkt der Jugend. An allen anderen Tagen steht sie der älteren Generation zur Verfügung. Auch uneingeschränkt, wenn es sein muss. Seit vielen Jahren schon arbeitet Rosi Steger ehrenamtlich in dem von der SeneCura betriebenen Sozialzentrum in Lauterach mit. „Rosi, kummscht miar.” Diesen Satz hört sie oft, aber auch gerne, weil sie diese Aufgabe als wunderschön empfindet.

Zeit schenken

Rosi Steger gehört zu jenen rund 350 Personen, die freiwillig in den Pflegeheimen des Landes bei der Altenbetreuung helfen und so ein bisschen Abwechslung in den Heimalltag bringen. Dieses Potenzial soll künftig noch stärker genützt werden. „Wir sind sehr froh um die Ehrenamtlichen, weil das Pflegepersonal nicht immer Zeit hat, um sich intensiver mit den Bewohnern beschäftigen zu können”, sagt Gerhard Sinz, Leiter des „Hauses Lauterach”. Mindestens zweimal pro Woche ist Rosi Steger dort zu finden. Ihre „Stammkunden” sind zwei betagte Männer. Aber sie kommt zu allen, die sie brauchen. Sie singt mit den alten Leuten, spielt mit ihnen, erledigt kleine Dienste wie das Anzünden von Grablichtern auf dem Friedhof, oder setzt sich einfach zu ihnen ins Zimmer. „Sich für den Einzelnen Zeit nehmen und ihm zuzuhören ist eigentlich das Wichtigste”, hat die patente Frau festgestellt.

Brücken schlagen

Anliegen und Bedürfnisse, die sie selbst nicht erledigen oder erfüllen kann, leitet Rosi Steger weiter. Die alten Menschen sollen das Gefühl haben, dass sie immer noch ernst genommen werden. Hin und wieder muss die langjährige Mohi-Mitarbeiterin auch Brücken schlagen zwischen Alt und Jung, zwischen Senioren und Ärzten. „Alte Menschen fürchten sich mitunter vor Veränderungen”, weiß Rosi Steger. In solchen Fällen hilft meist ein gutes Wort von ihr, um die Dinge ins Lot zu bringen.

Keiner bleibt allein

Rosi Steger ist auch zur Stelle, wenn Sterbende sie rufen. Während ihrer Zeit beim Mobilen Hilfsdienst hat sie jeden „ihrer Menschen” bis zum Schluss begleitet. Besonders die, die allein waren. Sie ließ auch nie jemanden mit der Rettung ohne Begleitung ins Spital transportieren. Im Notfall fuhr einfach sie mit. Die Mutter zwei erwachsener Töchter engagiert sich „aus Dankbarkeit ans eigene Leben”. Ihr sei es immer gut gegangen. „Jetzt kann und will ich etwas zurückgeben”, sagt sie. Und es klingt ehrlich. Sehr ehrlich.

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