Daimler will Klimaschutzvorgaben erfüllen

Mit mehr Hybridmodellen und kleineren Benzinmotoren will der deutsche Autokonzern Daimler bis 2012 die Klimaschutz-Vorgaben der Europäischen Union erfüllen.

Der Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) der Flotte von Mercedes und Smart solle so auf 136 bis 138 Gramm pro Kilometer sinken, bestätigte eine Sprecherin am Samstag einen Bericht der “WirtschaftsWoche”. “Das ist das Ziel, der tatsächliche Wert hängt natürlich von der Nachfrage ab”, betonte sie.

Mit dem Wert würde Daimler nach eigenen Berechnungen die Anforderungen der EU erfüllen, die einen Grenzwert von 130 Gramm CO2 pro Kilometer im Schnitt plant. Derzeit stoßen Daimler-Pkw im Schnitt noch durchschnittlich 178 Gramm aus.

Entwicklungs-Vorstand Thomas Weber sagte dem “Handelsblatt” (Montagausgabe) laut einem Vorabbericht: “Von 2012 an werden wir in allen Standard-Baureihen ab C-Klasse aufwärts unseren Kunden wahlweise Hybrid-Technik anbieten.” Auch die neue E-Klasse, die auf der am kommenden Wochenende beginnenden Autoausstellung in Detroit vorgestellt wird, werde künftig mit sparsamen Motoren sowie mit einem kombinierten Benzin- und Elektromotor (Hybrid) angeboten. Daimler hatte bereits angekündigt, von diesem Jahr an in jedem Jahr ein neues Hybrid-Modell auf den Markt zu bringen.

Informationen der “WirtschaftsWoche”, wonach die nächste, für 2013 geplante S-Klasse ausschließlich mit einem Hybridmotor ausgestattet sein soll, wollte die Sprecherin nicht bestätigen. “Es kann Bereiche geben, die eine sehr starke Hybridisierung haben werden”, sagte sie nur. Vom Geländewagen Mercedes ML soll es bereits im Herbst eine Hybrid-Variante geben, allerdings noch mit einem Antrieb mit relativ schweren Nickel-Metall-Batterien, der zusammen mit GM und BMW entwickelt worden war. “Das ist nach wie vor der Plan”, widersprach die Sprecherin dem “Wirtschaftswoche”-Bericht, wonach Daimler inzwischen an der Marktreife der überholten Technik zweifle.

Daimler hatte erst im Dezember eine Partnerschaft mit Evonik bekanntgegeben, in der zunächst Lithium-Zellen für die leichteren und leistungsfähigen Lithium-Ionen-Batterien, später aber auch komplette Batterien für Hybridfahrzeuge gebaut werden sollen. Sie sollen ab 2010 in Mercedes- und Smart-Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Daimler denke mittelfristig auch an den Verkauf der Batterien an Dritte, sagte Weber dem “Handelsblatt”. “Wir sehen hier ein beträchtliches Potenzial.”

Damit würde der Autokonzern seinem Haus- und Hoflieferanten Bosch Konkurrenz machen, der sich in der Hybridtechnik mit Samsung zusammengetan hat. “Ziel ist es in erster Linie, unsere eigenen Bedürfnisse abzudecken”, schränkte die Daimler-Sprecherin allerdings ein. Einer von der “WirtschaftsWoche” zitierten Studie der Unternehmensberatung Bain & Company ließen sich bereits heute in europäischen Städten 600.000 reine Elektroautos absetzen, wenn sie nicht teurer wären als ein Benzin-Smart oder -Mini; allein 250.000 in Deutschland. Derzeit kosteten sie wegen der teuren Batterietechnik noch einige tausend Euro mehr.

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