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Covid-Impfung: Infektiologe rät zur Auffrischung

Günter Weiss rät vor allem Risikopatienten und über 70-Jährigen zu einer Auffrischung.
Günter Weiss rät vor allem Risikopatienten und über 70-Jährigen zu einer Auffrischung. ©tirol-kliniken
Infektiologe Weiss rät im Herbst sicherzustellen, dass über 70-Jährige und Risikopatienten eine Auffrischung der Corona-Impfung erhalten.
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Der Innsbrucker Infektiologe Günter Weiss rät im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung (Mittwochsausgabe), im Herbst sicherzustellen, dass über 70-Jährige und Risikopatienten eine Auffrischungsimpfung bekommen. Diese soll einen besseren Schutz gegen die Delta-Variante gewähren, erhoffte sich der Experte. Um gut durch den Herbst zu kommen, sollte die Immunisierung auf 80 Prozent steigen, war Weiss der Meinung, wobei nicht nur Geimpfte, sondern auch Genese gemeint seien.

"Je mehr Geimpfte, desto besser"

Dann "sollte es ohne Lockdown gehen", blickte Weiss vorsichtig optimistisch in den Herbst. "Wenn man davon ausgeht, dass bei der Delta-Variante die Ansteckung bei 1:5 liegt, dann braucht es eine hohe Immunisierung, wenn man einen Schneeballeffekt verhindern will", betonte der Experte im TT-Interview. Zu einer Impfpflicht wollte er sich nicht äußern, das sei "eine politische Entscheidung". Er finde es jedenfalls besser, "Menschen zu überzeugen und die Motivation, sich impfen zu lassen, zu verbessern".

Denn "je mehr Geimpfte, desto besser. Je ansteckender das Virus ist, desto höher sollte die Impfrate sein", stellte Weiss eine einfache Gleichung auf. Zur 80-Prozent-Quote zählte er auch Genesene. Unklar sei allerdings, wie hoch die Dunkelziffer jener ist, die die Infektion durchgemacht haben, ohne sie als solche zu erkennen. Österreichweit sind laut Impf-Dashboard aktuell 67 Prozent der impfbaren Bevölkerung, also alle über Zwölf-Jährigen, zumindest einmal geimpft. Genesen sind rund 637.000 Österreicher und damit acht Prozent der impfbaren Bevölkerung. Weiss schätzte die Dunkelziffer auf zwischen 30 und 100 Prozent. "Es könnten also 1,2 Millionen Menschen sein, die die Infektion durchlebt haben", so der Mediziner.

In Österreich noch ungeklärt

Die Frage nach der Auffrischungsimpfung zum Schutz der Immunisierung hatte am Vortag auch Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), derzeit auch Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, auf den Plan gerufen. "Es braucht eine rasche Klarstellung des Bundes, ob und wenn ja wann und für wen ein dritter Stich mit der Covid-Schutzimpfung notwendig ist", forderte Platter in einer Aussendung am Dienstag.

Denn vor allem bei älteren Menschen, die in den Alten- und Pflegeheimen geimpft wurden, liege die Immunisierung bereits bis zu acht Monate zurück. In anderen Ländern wie Israel oder Deutschland sei diese Entscheidung bereits getroffen werden. Daher sei es an der Zeit, auch in Österreich diese Frage zu klären.

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(APA)

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