Neue Corona-Ampel für Vorarlberg: Orange für Bludenz und Dornbirn, Gelb für Bregenz und Feldkirch

Die Corona-Ampel ist am Montag erstmals auf Orange gestellt worden. Allerdings hat das mittlerweile nur noch symbolischen Charakter, denn Verschärfungen gehen damit für die betroffenen sieben Bezirke nicht einher.
Die Corona-Ampel ist am Montag erstmals auf Orange gestellt worden. Allerdings hat das mittlerweile nur noch symbolischen Charakter, denn Verschärfungen gehen damit für die betroffenen sieben Bezirke nicht einher. ©Steurer/APA
Die Corona-Kommission hat am Montagabend neu abgestimmt. In Vorarlberg ist überhaupt kein Grün mehr zu sehen. Martina Rüscher betont, dass man diesen Empfehlungen folgen werde, aber innerhalb der Bezirke Abstufungen vornehme.
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Corona-Ampel: Bludenz und Dornbirn werden orange

(APA) - Die Ampel-Kommission hat am Montagabend nach stundenlanger Debatte die Empfehlung beschlossen, erstmals Bezirke auf orange zu schalten. Davon betroffen sind Wien, Innsbruck-Stadt, Kufstein, Dornbirn, Bludenz, Mödling und Neunkirchen, hieß es seitens eines Kommissionsmitglieds zur APA.

Bregenz und Feldkirch werden gelb

Neben den Orange-Schaltungen wurden auch zahlreiche Bezirke auf Gelb hochgestuft. Wie Bregenz und Feldkirch. Damit ist in Vorarlberg überhaupt kein Grün mehr zu sehen.

Das bisher komplett grüne Vorarlberg ist nun also in einen orangen (Dornbirn, Bludenz) und einen gelben Bereich (Bregenz, Feldkirch) geteilt.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sagte den "VN", das nicht nur zu akzeptieren, sondern die Neu-Färbung sogar eingefordert zu haben.
Lehnt er es nach eigenem Bekunden doch ab, der Bevölkerung mit einer harmlosen Ampelfarbe zu suggerieren, dass alles in Ordnung sei.

Am Dienstagmorgen wird es, so der LH, im Land Vorarlberg eine Regierungssitzung mit Experten geben, wo die aktuelle Lage und aktuellen Maßnahmen erörtert werden.

Abstufungen in den Ländle-Bezirken

LR Rüscher: Vorarlberg wird differenzierte Abstufung vornehmen - steigende Fallzahlen vor allem in den Ballungsräumen   

Bregenz (VLK im Originaltext) – Die Corona-Ampel-Kommission des Bundes empfiehlt die Bezirke Bludenz und Dornbirn auf orange und die Bezirke Bregenz und Feldkirch auf gelb zu stellen, wie heute, Montag, bekannt wurde. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher betont, dass man diesen Empfehlungen folgen werde, aber innerhalb der Bezirke Abstufungen vornehme. „Die Gesamteinschätzung der Bundeskommission ist richtig. Unsere Datenlage lässt jedoch eine genauere Abgrenzung innerhalb der Bezirke zu“, erklärt sie die abgestufte Vorgehensweise. Die Corona-Führungsgruppe des Landes wird sich morgen, Dienstag, 15. September, mit den damit zusammenhängenden weiteren Schritten auseinandersetzen.

Die Bundeskommission nimmt eine grobe Einschätzung auf Bezirksebene vor. Auch die Experten des Landes teilen diese Einschätzung. Gesundheitslandesrätin Rüscher betont, dass man in Vorarlberg derzeit vor allem in Ballungsräumen mit erhöhten Infektionszahlen zu kämpfen habe. Deswegen werde man vor allem hier die Ampel umstellen. Im ländlichen Raum stelle sich die Lage anders dar, als in dicht besiedeltem Gebiet.

Differenzierte Einstufung

Deswegen werden am Dienstag folgende Ampel-Einstufungen in Vorarlberg vorgenommen:

•  Der gesamte Bezirk Dornbirn wird auf orange gestellt

•  Der Bezirk Bregenz wird auf gelb gestellt mit Ausnahme der Talschaften Bregenzerwald mit der Tannbergregion (Warth und Lech) sowie das Kleinwalsertal - diese bleiben grün

•  Der gesamte Bezirk Feldkirch wird gelb

•  Der Bezirk Bludenz wird orange mit Ausnahme des Klostertals, des Brandnertals, des Montafons und des Großen Walsertals - diese werden gelb.

Man werde die Situation im Laufe des Vormittags mit der Führungsgruppe des Landes und der Landesregierung erörtern und die mit den neuen Einstufungen zusammenhängenden Maßnahmen kommunizieren. Diese werden frühestens ab Mittwoch gelten. 

Orange bringt faktisch kaum Änderungen

Die Welle an Orange- und Gelb-Schaltungen ist faktisch weniger dramatisch, als es im ersten Moment geklungen hat. Denn es werden großteils jene Maßnahmen, die ursprünglich für Orange vorgesehen waren, gar nicht umgesetzt.

Corona-Ampel blinkt orange - aber nur symbolisch

Die Corona-Ampel ist am Montag erstmals auf Orange gestellt worden. Allerdings hat das mittlerweile mehr oder weniger nur noch symbolischen Charakter, denn Verschärfungen gehen damit für die betroffenen sieben Bezirke nicht einher.

Vielmehr geht es um Empfehlungen, die von der zuständigen Kommission ausgesprochen wurden - etwa die Intensivierung des Schutzes von Pflegeeinrichtungen und Krankenanstalten, die Erhöhung der Screeninguntersuchungen in einschlägigen Bereichen wie Pflege, Gesundheit und Bildung sowie die Etablierung von präventiven Maßnahmen z.B. an Märkten sowie eine Einschränkung von Veranstaltungen in geschlossenen Gesellschaften ohne Sicherheitskonzept.

Gerade letzterer Punkt könnte durchaus noch von Interesse sein, wenn man an größere Feierlichkeiten etwa zu Jubiläen, Taufen oder Hochzeiten denkt. Ob es hier zusätzliche Verordnungen zur Umsetzung der Empfehlungen braucht, wird laut Regierungskreisen in den kommenden Tagen beraten.

Eigentlich waren größere Einschnitte geplant

Freilich hätte gemäß den ursprünglichen Ampel-Plänen Orange noch viel größere Einschnitte gebracht. Da wären z.B. bei Events mit zugewiesenen Sitzplätzen in geschlossenen Räumen nur noch maximal 250 Personen erlaubt gewesen, hätte es in den Oberstufen die Möglichkeit zur Rückkehr von Home-Schooling gegeben und wäre die Sperrstunde auf Mitternacht vorverlegt worden.

So wird sich an den Schulen und bei Veranstaltungen nichts gegenüber den zuletzt vereinbarten Verschärfungen ändern, erfuhr die APA.

Das heißt, man verzichtet beispielsweise sowohl auf eine weitere Besucher-Reduktion bei Events als auch auf die Möglichkeit zum Home-Schooling in der Oberstufe. Die Schaltungen sollen damit im Wesentlichen nur dazu dienen, die Aufmerksamkeit in aktuell von der Pandemie stärker betroffenen Regionen zu erhöhen.

Wunsch des Kanzlers gefolgt

Nunmehr hat die Ampel offenkundig nur noch die Aufgabe, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung in den aktuell stärker betroffenen Regionen zu erhöhen. Immerhin ist die Kommission damit auch Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gefolgt, der schon vergangene Woche darauf gedrängt hatte, weniger auf Grün als auf Gelb und Orange zu setzen, nachdem zumindest das Parameter der Fallzahlen diese Färbung bereits hergegeben hätte.

Drei Bundesländer sind noch grün

Verhältnismäßig unbeschwert lässt es sich noch in Salzburg, Kärnten und Burgenland leben, sind doch dort alle Bezirke Grün. Davon kann Oberösterreich nur träumen, denn außer dem Innviertel ist das gesamte Land nun Gelb-gefärbt. In Tirol wurden Innsbruck-Stadt und Kufstein eine Stufe auf Orange gehoben, neu auf Gelb kommen zu Schwaz die Bezirke Landeck und Innsbruck-Land. In Niederösterreich sprangen Mödling und Neunkirchen von Grün gleich auf Orange, zahlreiche weitere Bezirke sind nunmehr Gelb. Der Steiermark bleibt Orange erspart, dafür sind einige Bezirke wie Graz Stadt und Umgebung Gelb. Wien wurde auf orange hochgestuft.

Web-Tipp: Die rechtlich verbindlichen Corona-Maßnahmen finden sich in der aktuellen Lockerungsverordnung

Web-Tipp: FAQ des Sozialministeriums zur Corona-Ampel

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