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Couch-Colombo der Kabarettszene

Manuel Rubey im ausverkauften Theater am Saumarkt
Manuel Rubey im ausverkauften Theater am Saumarkt ©Henning Heilmann
Manuel Rubey im Theater am Saumarkt: Selbstironisches Scheitern und politische Pointen
Manuel Rubey im Theater am Saumarkt

FELDKIRCH Im ausverkauften Theater am Saumarkt gastierte Manuel Rubey mit seinem Kabarettprogramm Goldfisch, das vom Dauerbrenner Digitalisierung bis zum Elternsein in der Pandemie auch allerlei politische Themen aufs Korn nahm.

Fragen im Lichtkegel

Vom Geständnis der Aufschieberitis im Alltag bis zur analytischen Auseinandersetzung mit der Aufmerksamkeitsspanne des Menschen, welche inzwischen unter jene des Goldfischs gesunken sei, bekennt sich Manuel Rubey als prokrastinierender Philosoph, der uns dazu aufruft, den wichtigen Dingen des Lebens ausreichend Zeit einzuräumen. “Gott müsste die Welt heute in 20 Minuten erschaffen, und das geliebte Italien sähe nicht aus wie ein eleganter Stiefel, sondern wie ein platter Flipflop“. Wo er sich in vier Jahren sehe? „Am selben Ort, mit neuer Couch“, erklärt die Couch-Potato mit Inspektor Colombo als Vorbild, die sich in der digitalen Welt lieber Merkzettel und Listen mit Fragen macht. „Kann man, wenn man von der Arbeit träumt, Überstunden machen? Werden Katholiken beim Demonstrieren Protestanten?“, fragt er sich mit Mikrofon im Lichtkegel stehend.

Trendsetter im Trenchcoat

Manchmal mimt Manuel Rubey einen aus der Zeit gefallenen Mann, dann ist er wieder ein Trendsetter im Trenchcoat. Schließlich sei ja er es, der mit den Kauf des „Never mind“ Albums von Nirvana den Grunge nach Österreich gebracht habe. Auch habe ihm der Friedhofsgärtner von Seattle mitgeteilt, dass er „während des MTV-Unplugged-Konzerts von Andreas Gabalier aus dem Grab von Kurt Cobain einen zweiten Schuss gehört habe.“

Vielfältige aktuelle Bezüge

Neben allerlei philosophischen Lachsalven kommen auch aktuelle Bezüge nicht zu kurz. Österreichische Politiker hätten mit dem Speichellecken einen sechsten Sinn entwickelt. Als Ironie der Stunde habe man entdeckt, dass sich das Coronavirus übers Kinn verbreite, und somit der Mund-Nasen-Schutz doch von allen stets korrekt getragen worden sei.

Zu den zahlreichen Gästen von Rubeys Solokabarett-Premiere im Theater am Saumarkt zählten unter anderen Philipp Schöbi  aus Feldkirch, Martin Fritsch aus Übersaxen sowie Martha Stüttler-Hartmann und Daniela Summer aus Frastanz. HE

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