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Corona-Infektionszahlen könnten drei Mal höher sein als bekannt

Komplexitätsforscher Peter Klimek gibt einen Ausblick, wie es mit der Corona-Pandemie weitergehen könnte.
Komplexitätsforscher Peter Klimek gibt einen Ausblick, wie es mit der Corona-Pandemie weitergehen könnte. ©Symbolfoto: APA; Canva Pro
Der Komplexitätsforscher Peter Klimek war am Mittwochabend in der ZiB2 und erklärte, wo sich Österreich aktuell in der Corona-Pandemie befindet und warum wir "das Signal verloren" haben.
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Aktuell gibt es eine hohe Dunkelziffer bei den Corona-Erkrankungen. Mit dem starken Rückgang bei den Testungen sind die Zahlen aus dem epidemologischen Meldesystem (EMS) "kaum noch aussagekräftig", betonte Komplexitätsforscher Peter Klimek am Mittwoch in der "ZiB2". Am Mittwoch wurden 7.000 Neuinfektionen gemeldet. Betrachte man die Spitalszahlen und die Abwasseranalyse-Daten dürften die Zahl "um den Faktor 2 bis 3 höher sein".

"Wir haben das Signal verloren"

"Wir haben wir das Signal verloren", konstatierte der Komplexitätsforscher angesichts der mangelhaften Datenlage. Prognosen, welche Corona-Belastung im Herbst und Winter zu erwarten ist, seien kaum möglich, man könne nur noch grobe Trends angeben.

"Natürlich" sei zu erwarten, dass mit dem Ferienende - wenn sich Schulen und Büros wieder füllen - die Dynamik wieder anzieht. Da gehe man dann wegen den heuer wesentlich höheren Infektionszahlen im Sommer mit relativ hohem Niveau hinein. Für die Spitäler könne das wieder eine starke Belastung bedeuten, allerdings mit der jetzigen Omikron-Variante wohl nicht für die Intensivstationen.

Mehr Eigenverantwortung "alternativlos"

Prinzipiell liege man in der Corona-Pandemie jetzt - mit der hohen Immunisierung in der Bevölkerung und den neuen Varianten -, was das individuelle Risiko betrifft "ungefähr" bei der Grippe. Allerdings gibt es, unterstrich Klimek, einen großen Unterschied: Grippewellen gibt es einmal im Jahr, Corona-Wellen wesentlich häufiger - allein heuer schon drei. In der Frage allfällig nötiger Schutzmaßnahmen für den Herbst war der Komplexitätsforscher zurückhaltend: Es werde wohl auf lange Sicht alternativlos sein, mehr auf Eigenverantwortung - auch bei der Maske - zu setzen, meinte er.

(APA)

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