Computerspielen als Sucht

Computerspielen kann genauso zur Sucht werden wie der Konsum von Alkohol oder Cannabis. Die Hirnreaktionen von exzessiven Computerspielern ähneln jenen von Alkohol- oder Cannabissüchtigen.

Das berichtete Ralf Thalemann von der Suchtforschungsgruppe der Berliner Charite.

Nach Erkenntnissen der Experten kann aus dem Spielspaß eine Abhängigkeit entstehen, wenn das Gehirn auf Dauer bestimmten Belohnungsreizen ausgesetzt wird. Diese positiven Reize führten zur vermehrten Ausschüttung des Botenstoffes Dopamin im Vorderhirn und wie beim Konsum von Drogen zum ersehnten Glücksgefühl.

Als Folge wiederholter Belohnungsreize entstehe dann ein so genanntes Suchtgedächtnis, erklärten die Wissenschaftler. Dies sei nach Ergebnissen einer Befragung von über 7.000 Personen bei mehr als jedem zehnten Computerspieler der Fall. Die Forscher verglichen nun die Hirnaktivität von „normalen“ mit jener von „exzessiven“ Computerspielern. Als exzessiv wurde eingestuft, wer mindestens drei der folgenden Kriterien erfüllte: unstillbares Verlangen, Toleranzentwicklung, Entzugssymptome, Vernachlässigung anderer Interessen, Kontrollverlust sowie anhaltendes Spielen trotz schädlicher Folgen.

Die Experten zeigten beiden Spielergruppen Fotos von neutralen Gegenständen sowie ein Standbild aus einem Computerspiel. Zugleich ermittelten sie zum einen die Aktivität der Gehirnströme und zum anderen den so genannten Schreckreflex, der als Maßstab für die emotionale Bedeutung von Reizen gilt. Ergebnis: Bei exzessiven Spielern war die Hirnaktivität deutlich erhöht, wenn die Szene aus dem Computerspiel gezeigt wurde. Sie erschraken beim Anblick der Spielszenen viel weniger als beim Anblick neutraler Reize. Dies sei vergleichbar mit den Reaktionen von Alkoholikern und Kiffern, sagte Thalemann: „Das Belohnungssystem wird aktiviert, und die positiven Erfahrungen werden in einem Suchtgedächtnis im Gehirn gespeichert.“

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Technik News
  • Computerspielen als Sucht
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen