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Computereinsatz in der Alphabetisierung bei der VHS

Bregenz/Vorarlberg. „10 – 20 % der Erwachsenen in Europa haben Probleme beim Lesen und Schreiben. Somit ist auch für über 30.000 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger das Lesen und Schreiben in Alltagssituationen mit Schwierigkeiten verbunden“, argumentiert Landesstatthalter Mag. Markus Wallner den verstärkten Einsatz des Landes, etwa im Zuge des Projekts „ ABC fit – buchstäblich leichter durchs Leben!“

„Erwachsene, denen Lesen und Schreiben Schwierigkeiten bereitet, bilden keine einheitliche Kategorie: Es sind Leute unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Schullaufbahn, unterschiedlicher Begabung, die von Fehlleistungen und Störungen unterschiedlichen Schweregrades heimgesucht werden“, informiert dazu Dr. Herbert Klauser (Photo), der Leiter des Fachbereiches Alphabetisierung und Spätlegasthenie bei der VHS Bregenz. „Zumeist reichen die Probleme bei “funktionalen Analphabeten” bis in die Schulzeit zurück, wo sie als Lega-stheniker schweren und schwersten Grades zu ihrer Zeit wenig effiziente Hilfe erfahren haben und ihre Schulbahn nach mehreren Wiederholungen als schwer Lese-Rechtschreibschwache, schlimmstenfalls als völlige Analphabeten abzuschließen pflegten. Mitunter gingen die Fähigkeiten des Lesens und Schreibens auch im Laufe der Jahre verloren, weil ihnen im Alltag wenig Möglichkeit zu Anwendung und Training geboten wurde oder die Betroffenen, einmal den Schulzwängen entronnen, den Umgang mit diesen Kulturtechniken tunlichst zu vermeiden wussten.

Wenn sich jemand einmal dazu durchgerungen hat, an einem Förderkurs teilzunehmen, besteht der erste Schritt in der Vorgabe geeigneter diagnostischer Leistungstests und Arbeitsproben. Anhand der Ergebnisse vermag der Kursleiter abzuschätzen, wie es um Voraussetzungen und Vorkenntnisse bestellt ist, ob den Mängeln und Ausfällen eine spezifische Teilleistungsschwäche zu Grunde liegt, wo eine gezielte Förderung anzusetzen habe und welche Übungen und Maßnahmen jeweils Erfolg versprechen. Vergleicht man abschließend die diagnostischen Daten der Gruppenmitglieder miteinander, gelangt man in der Regel zur Einsicht, dass wenig Gemeinsames vorliegt, die Gruppe durchaus inhomogen erscheint und Einzelbetreuung wohl kaum zu vermeiden ist.

Bei den Alphabetisierungskursen der VHS Bregenz ist jeder Arbeitsplatz ist mit einem eigenen Computer ausgestattet, der die Rolle eines “Stützlehrers” für den betreffenden Teilnehmer übernimmt. Dieses Gerät stellt in jedem Falle stellt, versehen mit einem sorgfältig auf Voraussetzungen und Lernziele des Einzelnen abgestimmten Programm, eine unverzichtbare Hilfe dar: Die Gruppenförderung tritt zugunsten einer intensiven Einzelförderung im Gruppenverband zurück.

Der Aufbau der Übungen ist rasch erklärt: Der Computer spricht über Kopfhörer ein Wort oder einen Satz vor, – deutlich, mäßig verlangsamt. Der Kursteilnehmer hält das Gehörte zunächst handschriftlich fest und tippt Wort oder Satz anschließend zur Rechtschreibkontrolle in den Computer ein. War die Buchstabenfolge orthographisch richtig, stellt das Gerät die nächste Aufgabe; fehlerhafte Buchstaben werden nicht angenommen, der Bildschirm macht die richtige Lösung zur Hilfe kurzzeitig sichtbar.

Die Auswahl der ‚Aufgaben erfolgte nach bewährten Gesichtspunkten und orientiert sich im Wesentlichen am Wortschatz der Grundschule. Aufgabe des Kursleiters ist es, die Arbeit der Teilnehmer zu überwachen, Pannen tunlichst zu zuvorzukommen und zusätzliche Hinweise und Erklärungen anzubieten, wo dies nötig erscheint.“

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