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"Chemische Kastration" wieder einmal am Tapet

Im Zuge des Inzest-Falls in Amstetten wird wieder einmal der Ruf nach einer sogenannten "chemischen Kastration" für Sexualstraftäter laut.

BZÖ-Chef Peter Westenthaler, dessen Partei schon früher “Zwangssterilisationen” für “Kinderschänder” gefordert hat, bekräftigt dies in der Samstag-Ausgabe der Tageszeitung “Österreich”. Auch ÖVP-Justizsprecher Heribert Donnerbauer möchte, dass die Verabreichung von triebunterdrückenden Medikamenten als strafrechtliche Maßnahme gesetzlich verankert wird.

“Ich würde es nicht Kastration nennen”, betonte Donnerbauer am Freitagabend im Gespräch mit der APA. “Mir geht es um Behandlung.” Eine solche würde seines Wissens bei Tätern mit bestimmten Dispositionen greifen. Diese könnte man zur Einnahme solcher Mittel verpflichten. “Ich halte es für notwendig, das nun in die Überlegungen einzubeziehen, und wenn das die Justizministerin (Maria Berger, S, Anm.) nicht tut, werde ich selbst tätig.”

Im Justizministerium verweist man indes auf ohnehin niedrige Rückfallraten bei Sexualstraftätern. Reinhard Eher, Leiter der Begutachtungs- und Evaluierungsstelle für Gewalt- und Sexualstraftäter, bezifferte diese am Freitagabend in der TV-Sendung “Talk of Town” auf Puls 4 mit vier Prozent innerhalb von vier Jahren, was “unglaublich herzeigbar” sei.

Das Schlagwort der “chemischen Kastration” taucht in der öffentlichen Debatte meist in Zusammenhang mit einem aktuellen Anlassfall auf. Gerne nehmen es Politiker in den Mund, die ein gewisses Hardliner-Image vertreten. FPÖ und BZÖ redeten ihm wiederholt das Wort, aus der ÖVP kam ein ähnlicher Vorschlag im Jahr 1999. In Italien forderte zuletzt Gianfranco Fini, Chef der italienischen Rechtspartei Alleanza Nazionale (AN), die “chemische Kastration”, in Deutschland pflegt das Thema mitunter von der CDU vorgebracht zu werden.

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