"Causa Zidane" wird untersucht

Der Fußball-Weltverband FIFA hat am Dienstag eine Disziplinaruntersuchung im "Fall Zidane" angekündigt, sowohl die Tätlichkeit als auch die Umstände, die zum Ausraster des französischen Teamkapitäns im WM-Finale geführt hatten.

Noch einmal bekräftigte die FIFA, dass bei der Entscheidung kein Videobeweis angewandt worden war. Zidane war trotz der Attacke gegen Italiens Marco Materazzi als bester Spieler der WM ausgezeichnet worden. Über 700 Medienvertreter hatten dies per schriftlicher Stimmabgabe in Wahlurnen bestimmt. “Wie viele der Medienleute vor oder während dem Spiel ihre Stimme abgaben, kann nicht ermittelt werden, da die Stimmzettel nach Abschluss des Wahlverfahrens in einem Vorgang ausgezählt wurden”, hieß es in der FIFA Aussendung.

Materazzi gab Beleidigung gegen Zidane zu
Fast zwei Drittel der Franzosen haben ihrem Star Zinedine Zidane verziehen. 61 Prozent sehen ihrem Helden die Tätlichkeit gegen den Italiener Marco Materazzi in der Verlängerung des WM-Finales nach, nur für 27 Prozent ist der Ausraster nicht zu entschuldigen.

Materazzi bestätigte unterdessen, den Kapitän der Franzosen beleidigt zu haben. Der Inter-Verteidiger nannte weder Wortlaut noch Inhalt seiner Beschimpfung, doch will er weder Zidanes Mutter noch dessen Schwester beleidigt haben. Es sei “eine Beleidigung von der Art” gewesen, “wie man sie Dutzende Male hört und die uns auf dem Platz oft herausrutschen”. Zidane hat angekündigt, in den kommenden Tagen eine Erklärung zu dem Vorfall abgeben zu wollen. Die englische Zeitung “The Times” will mit Hilfe einer Lippenleserin herausgefunden haben, dass Materazzi Zidane – der ein Kind algerischer Einwander ist – als “Sohn einer Terroristen-Hure” bezeichnet haben soll. Dies dementiert jedoch der Inter-Hüne: “Ich bin nicht gebildet, ich weiß nicht einmal, was ein islamistischer Terrorist ist.”

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