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Causa Brasilianer bei SW Bregenz: Senat 5 fällt ein erstes Urteil

Es gibt eine Entscheidung des Senat 5 zur "Brasilianer-Causa" von SW Bregenz.
Es gibt eine Entscheidung des Senat 5 zur "Brasilianer-Causa" von SW Bregenz. ©GEPA
In der Causa rund um die Verpflichtung von drei brasilianischen Spielern beim Vorarlberger Zweitligisten Schwarz-Weiß Bregenz gibt es nun von Seiten der Bundesliga ein erstes Urteil.

Wie berichtet hatte der Aufsteiger im Sommer über das AMS Anträge für eine Rot-Weiß-Rot Karte für die Spieler gestellt. Über Wochen gab es offenbar keine Entscheidung und so wurden die Spieler als Amateure angemeldet und auch in mehreren Spielen eingesetzt.

Senat 5 sieht Lizenzverstoß

Nachdem der Verein bereits vor Weihnachten alle angeforderten Unterlagen an die Bundesliga übermittelt und auch persönlich Stellung genommen hatte, gibt es nun, wie VOL.AT vorab erfahren hat, ein erstes Urteil. Nach Prüfung der Unterlagen sieht der Senat 5 offenbar einen Verstoß gegen die Lizensierungsbedingungen und verhängt gegen Schwarz-Weiß Bregenz eine teilbedingte Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro, sowie einen Drei-Punkteabzug für die laufende Saison. Die detaillierte Begründung hat der Verein bislang nicht erhalten, wurde aber vorab über die Entscheidung informiert.

Entscheidung des Senat 5

Am Vormittag des 19. Jänner hat der Senat 5 seine Entscheidung auf der Homepage des ÖFB gepostet. Der Wortlaut (kursiv):

Im Verfahren gegen Schwarz-Weiß Bregenz im Zusammenhang mit dem Einsatz brasilianischer Spieler ist der Senat 5 zu folgendem Urteil gelangt:

3 Punkte Abzug in der laufenden Saison 2023/24 in der ADMIRAL 2. Liga & 25.000 Euro Geldstrafe (davon 10.000 Euro bedingt) wegen Verstoß gegen das Zulassungskriterium 4.4.1.2. ba) (vormals 4.4.1.3,): „alle entgeltwerten Leistungen, die im Zusammenhang mit dem Beschäftigungsverhältnis der Spieler (z.B. auch Transferkosten) zum Zulassungsbewerber (oder dessen Gesellschaft) stehen, ausschließlich vom Zulassungsbewerber (oder von dessen Gesellschaft) geschuldet und buchmäßig erfasst werden.“

Schwarz-Weiß Bregenz kann gegen die Entscheidung des Senat 5 innerhalb von 8 Tagen Protest einbringen.

Verein geht nun den Rechtsweg

Von Seiten des Vereins nimmt man die Entscheidung zur Kenntnis, werde aber alle Rechtsmittel ausschöpfen und gegen die Entscheidung vorgehen. Man habe schließlich nach bestem Wissen und Gewissen bereits im Juli für die betroffenen Spieler die Rot-Weiß-Rot Karte beantragt und auch die Genehmigung zum Einsatz der Spieler als Amateure erhalten. Beim Verein wartet man jetzt noch auf die Übermittlung der genauen Begründung, wie die Entscheidung zustande gekommen ist.

Haben alles nach bestem Wissen getan

"Die Anträge auf die Rot-Weiß-Rot-Karte wurden im Juli (vor Saisonbeginn) gestellt. Über einen solchen Antrag muss nach unserem Kenntnisstand innerhalb von 8 Wochen entschieden werden. Zudem wurde die Behörde informiert, dass die Spieler bereits als Amateure in Vorarlberg gespielt haben. Auch haben wir nachgefragt, ob die Spieler während des laufenden Verfahrens weiter als Amateure spielen dürfen. Dies wurde von der Behörde nicht verneint, sodass wir die Spieler zu Recht eingesetzt haben, zumal fußballrechtlich die Spielberechtigungen als Amateurspieler vorliegen. Eine Bezahlung über den Verein ist nicht erfolgt. Auch das AMS war involviert und hat unseres Wissens positiv beschieden. Die mehrfache Nachfrage bei der Behörde über den Entscheidungsstand ist von unserer Seite erfolgt und wurde dahingehend beantwortet, dass die Verfahren noch nicht ganz abgeschlossen sind. In den vorliegenden Fällen gab es innerhalb der vorgesehenen 8 Wochenfrist seitens der Behörde keine Entscheidung. Wir bedauern es sehr, dass wir die Spieler nach Hause schicken mussten. Unser Ziel war und ist es, ihnen einen Arbeitsplatz zu bieten. Sie waren schon sehr gut verwurzelt im Team, nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Selbstverständlich liegt unser Fokus auch in der Nachwuchsarbeit, um heimischen Spielern die Chance einer Karriere im Fußball zu ermöglichen. Im Profifußball braucht es aber darüber hinaus auch Spieler aus anderen Nationen." (Stellungnnahme des Vereins vom Herbst)

"Wenn Fehler passiert sind, dann stehen wir natürlich dafür grade, allerdings haben wir aus unserer Sicht alles nach bestem Wissen und Gewissen getan", erklärte SW-Bregenz Präsident Thomas Fricke bereits im Herbst.

SW-Bregenz-Präsident Thomas Fricke. ©VN

(VOL.AT)

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