Caritas-Forum 2021: Hin zu einer besseren Welt

Das Gruppenfoto zeigt Fred Luks mit Caritasdirektor Walter Schmolly, Caritaspräsident Michael Landau und Anna Parr, Generalsekretärin der Caritas Österreich.
Das Gruppenfoto zeigt Fred Luks mit Caritasdirektor Walter Schmolly, Caritaspräsident Michael Landau und Anna Parr, Generalsekretärin der Caritas Österreich. ©Elke Kager-Meyer
Es braucht entschiedenes Handeln, um einen Klimakollaps und die Folgen für Natur und Mensch abzuwehren und die Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu schaffen.
Caritas-Forum

 

Die Caritas will Initiativen setzen und Verantwortung wahrnehmen. Das österreichische Caritas-Forum in St. Arbogast bildete eine Plattform, um Wissen zu vermitteln, zu diskutieren und sich zu vernetzen.

 

„Die Zeit drängt. Gleichzeitig stellen wir aber fest, dass wir als Gesellschaft sehr langsam erwachen. Es braucht uns alle – die Staaten, die Unternehmen und die zivilgesellschaftlichen Akteure – um eine Wende erreichen zu können“, betonten Caritaspräsident Michael Landau und Caritasdirektor Walter Schmolly bei der Begrüßung der Gäste, die teils vor Ort und teils via Live-Stream aus ganz Österreich sowie dem Südtirol zugeschalten waren. Um das Ziel zu erreichen, österreichweit bis zum Jahr 2030 die Klima-CO2-Neutralität zu schaffen, leistet auch die Caritas ihren Beitrag, Walter Schmolly strich heraus, dass ökologische, soziale und wirtschaftliche Fragestellungen in unserer Gesellschaft neu und intensiver miteinander verschränkt werden müssen, und nannte die Re-Use-Angebote, den Energiesparcheck sowie verschiedene Kooperationen im Bereich der CO2-Kompensation als Beispiele. „Wir wollen auf alle Fälle den uns möglichen Beitrag zur Nachhaltigkeitstransformation hin zu einer besseren Welt leisten.“ Caritaspräsident Michael Landau wies mit einem Zitat Barack Obamas auf die Dringlichkeit einer nachhaltigen Veränderung hin: „Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels spürt und gleichzeitig die letzte, die etwas dagegen tun kann.“

 

Bereit für Herausforderungen …

„Unser Lebens- und Konsummodell ist definitiv nicht darauf ausgerichtet, dass man in 200 Jahren noch gut auf dieser Erde leben kann“, machte der Hauptreferent, Nachhaltigkeitsforscher Fred Luks bewusst, wie notwendig eine Transformation – also der Anspruch, einen Wandel zu gestalten – in diesem Bereich ist. „Die Preise müssen die ökologische Wahrheit widerspiegeln“, nannte Fred Luks ein Beispiel. „Momentan verwenden wir noch Milliarden, um ökologisch kontraproduktive Aktivitäten zu sehen.“

 

Gestalten, nicht „erleiden“

Die Frage beim Nachhaltigkeitsdiskurs sei, ob wir „gestalten“ oder „erleiden“. Wenn die Temperatur an der Erdoberfläche beispielsweise um drei Grad erhöhe, habe dies massive Auswirkungen auf alle Lebensbereiche, nannte Fred Luks die Ernährung und Landwirtschaft, Flüchtlingsströme oder die Gesellschaft an sich als Beispiele. Wenn Nachhaltigkeit zur gelebten Normalität werden soll, müsse die Politik die Rahmenbedingungen drastisch ändern. „Entscheidend ist auch, dass ökologische Politik auch sozial verträglich sein muss und umgekehrt Sozialpolitik ökologisch verträglich.“ Einzelnen Personen dürfe dabei nicht zu viel an Verantwortung aufgebürdet werden: „In einem System, das grundlegend nicht nachhaltig ist, von einzelnen Personen zu erwarten, dass sie das System verändern, ist illusorisch.“ Und weiter: „Wir sind daran gewöhnt, dass unsere expansive Lebensweise auf Kosten anderer Weltregionen geht.“ Bei allen negativen Fakten und Prognosen: Fred Luks ist überzeugt, dass nur eine optimistische Haltung uns zum Handeln bringt: „Katastrophenrhetorik motiviert höchstens kurzfristig. Wenn wir die Schönheit der Welt sehen, erweitert das unseren Blick und macht bereit für Herausforderungen.“

 

Ökologischer und sozialer Wandel in der Praxis

Verschiedene Workshops und Diskussionsrunden beschäftigten sich im Anschluss auch mit der Frage, wie der ökologische und soziale Wandel sich gegenseitig bedingen. „Wenn Klientinnen und Klienten mit existenziellen Fragen beschäftigt sind, haben sie keine Ressourcen, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen“, erzählte eine Caritas-Mitarbeiterin den Bezug zur tagtäglichen Arbeit. „Die einen haben Angst vor dem Ende der Welt, die anderen vor dem Ende des Monats.“ Auch hier sieht sich die Caritas gefordert, Initiativen zu setzen, um Veränderungen in Bezug auf den Lebensstil zu erreichen, das Bewusstsein zu bilden und verschiedene Player zu verknüpfen. Positive Beispiele aus der Praxis gibt es viele – eines davon ist etwa das Re-Use-Engagement von carla in Zusammenarbeit mit dem Vorarlberger Umweltverband, das neben der sinnvollen Nachnutzung von Elektrogeräten, Textilien, Möbel und Hausrat die Integration langzeitarbeitsloser Menschen in den Arbeitsmarkt fördert.

 

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