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Caritas bittet um Hilfe

Flüchtlingshäuser der Wiener Caritas sind übervoll - Caritasdirektor Michael Landau kritisiert die „jahrelangen Versäumnisse der österreichischen Behörden“ und bittet um Hilfe.

Die Flüchtlingshäuser der Caritas der Erzdiözese Wien sind seit Wochen völlig überfüllt. „Wir brauchen dringend über 100 Schlafsäcke, Decken, Hygieneartikel, Öl, Reis und Kartoffeln,“ so der Appell in der Sonntag-Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung. Caritasdirektor Michael Landau kritisierte die „jahrelangen Versäumnisse der österreichischen Behörden“: „Wir brauchen endlich eine Bundesbetreuung, die mehr ist als eine kaum funktionierende Bundesverwahrung!“

Die Situation in den Flüchtlingshäusern ist der Caritas zufolge dramatisch. „Matratzenlager in Aufenthalts- und Kellerräumen, jeder Platz der nur irgendwie als Schlafplatz geeignet ist, wird ausgenützt“, hieß es in einer Aussendung. Trotzdem müssten täglich dutzend Menschen weggeschickt werden. Seit Wochen gibt es einen Überbelag von bis zu 25 Prozent.

„Es sind überwiegend – aber nicht nur – alleinstehende Männer oder Frauen und Paare“, so Günter Fleischmann, Leiter der Ausländerhilfe der Caritas der Erzdiözese Wien. Die Flüchtlinge kommen aus Afghanistan, aus dem Irak, aus ehemaligen GUS-Staaten, aus China und aus Afrika. „Es sind offensichtlich Kranke darunter, auch Kinder – einige benötigen sogar Spitalsbehandlung“, so Fleischmann.

Die Gründe für den Ansturm an Hilfesuchenden ist für die Caritas nur schwer erkenn- oder erfassbar. „Wir sehen nur die Menschen vor unseren Türen“, sagte Fleischmann. Die Organisation vermutet aber unter anderen, dass es verstärkte Nichtaufnahmen oder Entlassungen in der Bundesbetreuung gibt. “Österreich hat sich international verpflichtet, für ein faires Asylverfahren zu sorgen. Wir dürfen Menschen nicht unversorgt und verzweifelt auf der Straße stehen lassen“, so Caritasdirektor Michael Landau.

-> Spenden im Internet unter www.caritas-wien.or.at

Birgit Tayerle

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