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Bundeswehr baut riesige Geisterstadt mitten in Deutschland

Flusslauf mit Blick auf die Altstadt
Flusslauf mit Blick auf die Altstadt ©Bundeswehr/Marcus Rott Rechts der künstliche Flusslauf Eiser mit der dahinter gelegenen, übergebenen „Altstadt“ – links davon entsteht die „Neustadt“ ©Bundeswehr/Marcus Rott
Konflikte und Kämpfe ziehen Soldaten immer häufiger in Städte. Das muss geübt werden, denn plötzlich sind mehr Zivilisten betroffen, es geht auf Dächer und unter die Erde. Dazu baut die Bundeswehr eigens eine Stadt.
Europas größte Übungsstadt

Von der U-Bahn-Station führen 29 Stufen eine steile Treppe hinauf ins Tageslicht. Oben angelangt blickt man noch nicht auf eine Stadt, sondern in die grün-braune Landschaft der Colbitz-Letzlinger Heide nördlich von Magdeburg. Unter den Füßen knirscht Heidesand. Etwas entfernt ist eine Altstadt mit grauen Betonbauten zu sehen. Auf einigen prangen rote und braune Dächer.  Inmitten eines der am dünnsten besiedelten Gebiete Europas, lässt die Bundeswehr eine Übungsstadt entstehen. Soldaten sollen so auf ihren Auslandseinsatz vorbereitet werden.

Rechts der künstliche Flusslauf Eiser mit der dahinter gelegenen, übergebenen „Altstadt“ – links davon entsteht die „Neustadt“
Rechts der künstliche Flusslauf Eiser mit der dahinter gelegenen, übergebenen „Altstadt“ – links davon entsteht die „Neustadt“ ©Bundeswehr/Marcus Rott

Die U-Bahn mit einem 350 Meter langen Tunnel sowie der künstliche Fluss Eiser mit verschiebbaren Brücken gehörten zu den ersten Dingen, die fertig waren.

Flusslauf mit Blick auf die Altstadt
Flusslauf mit Blick auf die Altstadt ©Bundeswehr/Marcus Rott

Auch die 181 Gebäude in der Altstadt stehen schon. Der erste Teil von “Schnöggersburg” wurde im Jahr 2017 übergeben werden.

Bis 2021 soll die komplette Übungsstadt mit mehr als 500 Gebäuden samt Hochhäusern, einem Stadion, Flughafen, Elendsviertel und Übungskanalisation fertig sein. Alles auf einem Gelände von etwa zwei mal drei Kilometern. 118 Millionen Euro hatte die Bundeswehr für die Kosten veranschlagt.

Schematische Darstellung der Übungsstadt Schnöggersburg
Schematische Darstellung der Übungsstadt Schnöggersburg ©Bundeswehr/BAIUDBw KompZ BauMgmt SRB

Wozu diese Geisterstadt mitten in der Heide? “Die beste Lebensversicherung, die wir unseren Soldaten geben können, ist eine gute Ausbildung”, sagt der Leiter des Gefechtsübungszentrums des Heeres, Oberst Uwe Alexander Becker. Bislang können die Soldaten auf den offenen Flächen und im Wald mit dem lasergestützten System für Einsätze üben. Jeder Soldat, der in den Auslandseinsatz geht, kommt hier in die Altmark.

Rundumblick vom Dach eines Gebäudes
Rundumblick vom Dach eines Gebäudes ©Bundeswehr/Klaus Sasse

“Die Konflikte finden zunehmend in Städten statt”, sagt Becker, der selbst auch in Sarajewo und in Afghanistan war. Die Einsatzbedingungen seien sehr komplex – es geht über Dächer, unter die Erde, in die Kanalisation. Meist fehlt der Sichtkontakt zu anderen Soldaten oder Fahrzeugen. Während des Kampfes lebe die Bevölkerung in der Stadt. Der Kampf in Städten gehöre zu den schwierigsten Aufgaben. “Darauf müssen die Soldaten zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz der Bevölkerung vorbereitet werden”, sagt Becker. In Deutschland gebe es bislang keine solchen Möglichkeiten. Auch international seien sie rar.

Sakralbau am Rande der Altstadt
Sakralbau am Rande der Altstadt ©LKdo ST/Sarah Mechenich

Die Übungsstadt bleibt bei der Simulation. In der U-Bahn-Station fährt keine U-Bahn, die Häuser bleiben im Rohbau – vor vielen Fenstern sind statt Glasscheiben nur Metallplatten angebracht worden, um Tiere oder die Witterung abzuhalten. Auch wenn hier wie geplant 1500 Soldaten üben, soll kein einziger scharfer Schuss fallen, sagt Becker. Auf dem 30 mal 8 Kilometer großen Truppenübungsplatz werden schon seit vielen Jahren Soldaten für Auslandseinsätze ausgebildet, auch ausländische Truppen üben im Gelände.

Wohn-/Bankgebäude mit Hubschrauberabsetzplatz
Wohn-/Bankgebäude mit Hubschrauberabsetzplatz ©Bundeswehr/Klaus Sasse

Dabei wird auf lasergestützte Simulation gesetzt. Scharfe Schüsse sollen auch in “Schnöggersburg” nicht fallen. Es wird so realitätsnah wie möglich simuliert. 600 Soldaten des Ausbildungsverbands sollen dabei Gegner sein für die Übungstruppe, die auf den Einsatz vorbereitet wird. Dabei können die Soldaten als Zivilisten in Siedlungen auftreten oder als gegnerische Kämpfer.

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