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Bürgerforum Vorderland: Kontroverse um Kraftwerkspläne

Bereits in Frühphase der Planung ist Diskussion um Projekt am Oberlauf der Frutz entbrannt.

 

(VN) Vergangene Woche wurde bekannt, dass die illwerke VKW derzeit im Auftrag des Landes Vorarlberg das Potenzial für ein Kleinkraftwerk an der Frutz überprüfen. Obwohl sich die Planung in einer frühen Phase befindet, ist darüber ein handfester Politstreit entbrannt, der mittlerweile auch im VN-Bürgerforum für Diskussionen sorgt.

Der grüne Landtagsabgeordnete Bernd Bösch brachte die Diskussion ins Rollen, als er dem Land und der Illwerke VKW Geheimniskrämerei vorwarf und eine parlamentarische Anfrage an den Landtag einbrachte. Er befürchtet die Zerstörung des Naturdenkmals „Üble Schlucht“. Auch Rankweils Bürgermeister Martin Summer steht dem Projekt ablehnend gegenüber.

 

Energieautonomie

Im Zuge der Pläne für eine Energieautonomie des Landes bis 2050 sollen bis 2030 mehrere Kleinkraftwerke im Lande entstehen. Darunter auch jenes im Laternsertal, das jetzt für Diskussionen sorgt. Voraussetzung für die Umsetzung ist, dass keine Gewässer der Güteklasse 1 (sehr guter ökologischer Zustand nach Wasserrechtsgesetz) betroffen sind.

Das Frutz-Projekt habe lange geruht, sagt Illwerke-Vorstand Helmut Mennel gegenüber den VN. „Seit Mitte des Jahres wissen wir nun, dass die Frutz nur in „gutem“ ökologischem Zustand ist. Damit können wir unsere Untersuchungen jetzt fortsetzen.“ Von konkreten Schritten sei man aber noch weit entfernt, betont Mennel.

Der grüne Landtagsabgeordnete Bernd Bösch beäugt das Projekt schon jetzt sehr kritisch und fordert, dass die Pläne so schnell wie möglich offengelegt werden.

 

„Irreparable Schäden“

„Die labilen Talhänge und die schwierige Erreichbarkeit der Talsohle lassen irreparable Schäden für die Schlucht erwarten“, schreibt der Energie- und Umweltsprecher in seiner Anfrage.

Eine „massive Beeinträchtigung“ der örtlichen Trinkwasserversorgung befürchtet Bürgermeister Martin Summer, in dessen Gemeinde nach den derzeitigen Plänen das Krafthaus errichtet werden soll. Auch der Mühlbach, der von der Frutz abzweigt, führe dann wahrscheinlich kein Wasser mehr, so Summer auf Anfrage der VN.

 

Diskussion im Bürgerforum

Im Bürgerforum lehnte Teilnehmer Harald Denz das Projekt strikt ab, falls die Üble Schlucht durch die Wasserkraftnützung tatsächlich „trockengelegt“ werden würde. Er glaubt, dass sich die Investitionen nicht lohnen werden, da die Frutz nur bei kräftigem Regen genügend Wasser führe.

Auch Alwin Häle äußerte seine Bedenken: „Wenn man so wie ich das ganze Jahr über an der Frutz (Muntliger Steg bis Kriegerbrücke) entlang wandert, kann man sich ein Kraftwerk gar nicht vorstellen.“ Denn der Bach sei in diesem Bereich über lange Zeit im Jahr „trocken“.

 

„Grundsätzlich positiv“

Ebenfalls zu Wort gemeldet hat sich der Laternser Bürgermeister Harald Nesensohn. Er stehe alternativen Stromquellen, unter Berücksichtigung des Naturschutzes, grundsätzlich positiv gegenüber. Auch unter dem Umstand, dass er als Vertreter einer vielleicht betroffenen Gemeinde über die konkreten Pläne noch nicht offiziell informiert worden sei. Kritik übt der Gemeindechef an der Vorgehensweise der Grünen. „Hauptsache, man ist rechtzeitig dagegen, damit eine sachliche Diskussion im Vorhinein schon ins schiefe Licht gerückt wird.“

Was halten Sie von den Plänen für das Frutzkraftwerk? Das VN-Bürgerforum ist eine Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen und mit den VN und den verantwortlichen Stellen Lösungen zu finden. Infos und Anmeldung unter: vorarlbergernachrichten.at/buergerforum

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