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Bücher von Butlern und Bedrohungen

Nadine Kegele sang über paradoxe Erwartungen an die Frau: sie solle kurze Röcke tragen, sie solle keine zu kurzen Röcke tragen, sie solle die Röcke nicht für sich tragen, sie solle sie nur für ihn tragen.
Nadine Kegele sang über paradoxe Erwartungen an die Frau: sie solle kurze Röcke tragen, sie solle keine zu kurzen Röcke tragen, sie solle die Röcke nicht für sich tragen, sie solle sie nur für ihn tragen. ©Verena Kogelnig
Autorinnen Nadine Kegele und Verena Roßbacher lasen aus ihren Büchern – mit und ohne Ukulele.
Lesung von Rossbacher und Kegele

Feldkirch „Die Katze ist zum Kuscheln. Die esse ich sicher nicht – nur im Notfall“, bekräftigte Nadine Kegele, „auch wenn es anders billiger käme.“ Dies klarzustellen war ihr ein Anliegen, betitelte sie doch ihr jüngstes Buch „Und essen werden wir die Katze“. Im Theater am Saumarkt stellte sie am vorigen Mittwoch diese ihre literarische Collage vor. Zusammen mit der Autorin Verena Roßbacher, die aus ihrem Roman „Ich war Diener im Hause Hobbs“ las, gelang ihr ein amüsant klangvoller Literaturabend.

Als Butler nach Zürich und zurück

Kegele wie Roßbacher stammen aus Bludenz. Während Kegele vor zwanzig Jahren nach Wien „flüchtete”, wanderte Roßbacher nach Berlin aus. Beide legten bereits mehrere literarische Werke vor. Roßbachers dritter Roman erschien im August und spielt in einem gehobenen Züricher Haushalt und – in nicht unerheblichem Maß – in Feldkirch. Des Helden Ausflug mit seiner Arbeitgeberin, welcher die beiden zu den Höhepunkten der Feldkircher Stadtkulisse führte, brachte ihn ob der unverhofft getroffenen alten Bekannten reichlich in Verlegenheit, Roßbachers Zuhörer wiederum ob der ihnen bekannten Attraktionen von Wochenmarkt und Gutwinski bis zum (unschwer deutbaren) Schokomüüsle zum Schmunzeln. Rossbacher ist seit zehn Jahren am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel als Dozentin tätig. Beim Schreiben griff sie relativ frei auf Lokalitäten zurück und schöpfte zudem aus Erfahrungen, welche sie zu Studienzeiten als Hausmädchen einer Züricher Familie gemacht hatte.

Flucht, Verunsicherung und Frauenstimmen

Mit der Ukulele begleitete Kegele ihren Vortrag von Passagen aus ihrem Buch. In diesem verarbeitete sie Einblicke in das Erleben von Geflüchteten und eigene Eindrücke aus der Arbeit als Deutschtrainerin. Sie warf darin einen kritischen wie einfühlsamen Blick auf die alte Dame, die sich durch ihre zugewanderten Nachbarn bedroht fühlt, schaute dann auf die Tragik des kulturhungrigen Monteurs, der zur rund um die Uhr verfügbaren Arbeitskraft degradiert wird. Die Darbietungen ihrer sozial engagierten Texte garnierte Kegele mit selbstironischen Kommentaren über ihre Singstimme, um dann ihr Publikum zu begeistern mit der Ode an all die skurrilen Erwartungen, welche an Frauen gestellt werden. Für weniger Ironieerprobte übersetzte sie ihre politische Haltung schließlich in die Liedzeile: „Katza streichla, statt Menscha hassa.“ VKO

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