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Buchpräsentation: „Aufleuchten der Freiheit, Russland 1990-2001. Erinnerungen eines Vorarlbergers“ von Gerhard Wanner

Autor Gerhard Wanner mit AK-Präsident Bernhard Heinzle.
Autor Gerhard Wanner mit AK-Präsident Bernhard Heinzle. ©Helmut Köck
AK Präsident Bernhard Heinzle konnte am 20. November über 100 Gäste im AK-Saal begrüßen und freute sich, dass die Arbeiterkammer in Kooperation mit der Johann-August-Malin-Gesellschaft die Herausgabe des neuen Buches von Gerhard Wanner präsentieren durfte.
Buchpräsentation Gerhard Wanner

Moderator Johannes Spies, Obmann der Johann-August-Malin-Gesellschaft, stellte zu Beginn Wanners umfangreiche Biografie, seine Ausbildung, Lehr- und Unterrichtstätigkeit, Forschungsschwerpunkte in Kunstgeschichte und Kunstbetrieb, Ehrungen, Vereinsaktivitäten und besonderes seine vielfältigen Bücher und Schriften vor.

Autobiographische Zeitgeschichte

Der aus Pécs angereiste Gerhard Wanner schilderte dem Publikum in einer lebhaften Vortragsweise seine sehr persönlichen und mit interessanten Fotos unterlegten Einblicke in das erste Jahrzehnt der Russischen Föderation, das er selbst als Gastprofessor an der Staatlichen Gorki-Universität des Uralgebiets sowie an der Staatlichen Technischen Universität des Uralgebiets in der Stadt Jekaterinburg erlebte. Beginnend mit April 1991, als die Stadt noch Swerdlowsk hieß und die Sowjetunion kurz vor ihrem Zusammenbruch stand, besuchte Wanner mehrfach die Metropole in der westsibirischen Tiefebene.

Wertvolles Zeitdokument

Mit seinen Erinnerungen an das „Aufleuchten der Freiheit“ in Russland hat der Historiker ein wichtiges und wertvolles Zeitdokument geschaffen und bettete die ausführlichen Exkurse in die sowjetisch-russische sowie in die österreichische bzw. gesamteuropäische Geschichte ein. Dabei widmete er sich auch der Nachkriegsbeziehung zwischen „Ost und West“ und ordnete die Ereignisse vom Österreichischen Staatsvertrag bis zu Michail Gorbatschows Perestroika-Politik und dem Fall der Berliner Mauer historisch ein.

Auf Spurensuche

Wanner hätte nach über einer Stunde spannender Geschichten noch viel zu erzählen gehabt und war in seiner Begeisterung kaum zu bremsen. Moderator Spies überließ dann noch Wanners langjährigem Wegbegleiter und Kollegen Herbert Wehinger das Wort. Dieser berichtete von seiner Reise in einen ebenfalls in Sibirien liegenden Ort, an dem sein Vater 1947 in Kriegsgefangenschaft ums Leben kam. Eindrücklich schilderte Wehinger dabei die Suche nach Zeugnissen von Gefangenenlagern und dem Friedhof im nördlich von Jekaterinburg gelegenen Karpinsk sowie die einfühlsame Hilfe der Bewohner. Diese Geschichte ist im letzten Teil des neuen Buches zu finden.

Zwangsarbeiter

In einem abschließenden Statement kam noch Werner Bundschuh zu Wort, der über die Problematik der russischen Zwangsarbeiter in Vorarlberg und deren noch weitgehend fehlende historische Aufarbeitung referierte. In Wanners Werk wird auf Querverbindungen zwischen russischen wie ukrainischen Flüchtlingen sowie Zwangsarbeiterin in Vorarlberg auf der einen Seite und den Vorarlberger Wehrmachtssoldaten in den sowjetischen Kriegsgefangenenlagern auf der anderen Seite hingewiesen.

Gerhard Wanner: Aufleuchten der Freiheit, Russland 1990-2001.

Eigenverlag in Kooperation mit der AK Vorarlberg und der Johann-August-Malin-Gesellschaft, September 2023, 280 Seiten, ISBN 978-3-200-09260-0 – erhältlich im Kulturreferat der Stadt Feldkirch.

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