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Brustkrebsimpfstoff erprobt

Neuer Anlauf zur Entwicklung einer Vakzine gegen Krebs, in diesem Fall Brustkrebs: Brustkrebsimpfstoff wird in Wien an Patientinnen erprobt. Studie auf Sicherheit und Immunogenität.

Das Wiener Biotech-Unternehmen „BioLife Science“ startet jetzt mit der Erprobung einer von ihm entwickelten Vakzine auf der Basis synthetisch hergestellter Aminosäure-Bestandteile (Peptide) in Kombination mit künstlichen Influenza-Virus-ähnlichen Partikeln vom Schweizer Unternehmen „Pevion Biotech“.

„Die Vakzine soll eine ähnliche Wirkung wie der monoklonale Antikörper Herceptin hervorrufen. Der Mensch, in diesem Fall die Immunisierte, ’produziert’ ihr eigenes Herceptin“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Otto Scheiner, Leiter des Zentrums für Physiologie und Pathophysiologie an der Medizinischen Universität Wien, am Montag gegenüber der APA.

Der Hintergrund: In den vergangenen Jahren hat eine neue Behandlung von Brustkrebspatientinnen, bei denen die Tumorzellen an ihrer Oberfläche vermehrt Rezeptoren für Wachstumsfaktoren bilden (HER-2/neu-positiver Brustkrebs, Anm.), die Chancen der Kranken deutlich erhöht. Die Therapie erfolgt mit monoklonalen Antikörpern, welche die Rezeptoren blockieren. Die Patientinnen bekommen durch regelmäßige Infusionen de facto eine passive Impfung gegen die Krebszellen.

Scheiner: „Doch die Wirkung lässt relativ schnell nach. Deshalb muss die Therapie ja wiederholt werden. Wir wollen durch eine Art aktive Impfung gegen HER-2/neu die Immunsuppression von Brustkrebspatientinnen durchbrechen und ihre Abwehr stimulieren.“

Das Wiener Biotech-Unternehmen ist eine Ausgründung von Wissenschaftern der Medizinischen Universität. An ihm sind Scheiner, der Onkologe Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, der Dermatologe Univ.-Prof. Dr. Hubert Pehamberger sowie als Geldgeber Euro Capital Partners beteiligt. Der Brustkrebsimpfstoff wird in einem 50:50 Prozent-Projekt gemeinsam mit „Pevion Biotech“ (Bern) entwickelt.

Und das ist die Mammakarzinom-Vakzine zur möglichen – das ganze ist derzeit noch ein echtes Forschungsprojekt und kein „Wundermittel“ – Behandlung von HER-2-positivem Brustkrebs: Sie besteht aus von „Pevion Biotech“ künstlich geschaffenen Influenza-Virus-ähnlichen Partikeln – so genannten Virosomen -, in die von den Wiener Wissenschaftern identifizierte zehn bis 25 Aminosäuren große synthetisch hergestellte Peptide eingebaut sind.

Die Peptide entsprechen jenen Bestandteilen der HER-2/neu-Rezeptoren, gegen die eine Immunantwort am Erfolg versprechendsten ist und die bei der Herceptin-Therapie durch die monoklonalen Antikörper blockiert werden. Nach der aktiven Impfung soll das Immunsystem der Patientinnen mit der eigenen Produktion solcher Antikörper beginnen und somit im Körper eine Reaktion hervorrufen, die jener der Antikörper-Therapie entspricht.

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