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Brustkrebs: Interventionelle Radiologie als Zukunftsfeld

Mammographie zeigt ein winziger Tumor in der Brust einer Patientin.
Mammographie zeigt ein winziger Tumor in der Brust einer Patientin. ©DPA
Die klassische Operation gilt bei bösartigen Tumoren der Brust als medizinischer Standard. Doch in Zukunft könnten auch Verfahren der interventionellen Radiologie in der Therapie an Bedeutung gewinnen. Beim Kongress IROS 2014 in Salzburg werden Experten neue Ansätze der Biopsien diskutieren.

Um bei einem unklaren Befund den Tumorverdacht abzuklären und eine Diagnose zu stellen, ist die interventionelle Radiologie längst Standard. “Heute werden über 90 Prozent aller Fragezeichen in der Mammadiagnostik mittels Nadelbiopsie abgeklärt”, sagte Christian Weismann, Leiter der Abteilung für Mammadiagnostik & Mammaintervention am Institut für Radiologie an den Salzburger Landeskliniken, im Gespräch mit der APA.

Methoden der Therapie von Brustkrebs

Bei der Punktation wird eine Nadel vom Arzt mithilfe von bildgebenden Verfahren gezielt zum Verdachtspunkt gesteuert und Gewebe entnommen. Früher war bei unklaren Befunden im Bereich der Brust auch zur Diagnose eine Operation nötig. Für die Patientinnen ist die Biopsie mit örtlicher Betäubung weniger belastend und kann ambulant gemacht werden. Während die Nadelbiopsie zur Diagnose mittlerweile medizinischer Standard ist, sind die Methoden der interventionellen Radiologie bei der Therapie von Brustkrebs noch die Ausnahme.

Kongress dient der Aus- und Weiterbildung

Bei dem Kongress, der als Dreiländertagung der Österreichischen, Deutschen und Schweizer Gesellschaften für interventionelle Radiologie noch bis Samstag rund 900 Mediziner in Salzburg versammelt, werden neue Ansätze vorgestellt und diskutiert. Der Kongress dient der Aus- und Weiterbildung.

Vakuum-Aspirations-Biopsie

Eine bereits etablierte Methode zum Entfernen von Herden in der Brust ist die Vakuum-Aspirations-Biopsie, bei der das Gewebe in kleinen Portionen abgetragen und durch die Nadel entnommen wird, erläuterte Weismann. Als neue Entwicklungen gibt es Nadeln, bei denen das Zellmaterial erhitzt bzw. gefroren und damit abgetötet wird. Gewebe kann auch in einem winzigen Korb, der durch eine Nadel eingebracht wird, umschlossen und geborgen werden.

Operation bleibt Mittel der Wahl

Alle diese therapeutischen Methoden werden derzeit überwiegend nur bei gutartigen Befunden eingesetzt, stellte der Salzburger Radiologe klar. “Wir können uns nur an das halten, was wir im bildgebenden Verfahren sehen. Der Pathologe erkennt aber vielleicht, dass noch mehr Gewebe vom Tumor betroffen ist”, nannte er einen Nachteil dieser bildgebend gestützten Verfahren gegenüber herkömmlichen Operationen.

Deshalb ist Weismann überzeugt: “Wenn es um die Behandlung des Mammakarzinoms geht, dann bleibt die klassische Operation auch in den kommenden Jahren das Mittel der Wahl.”

(APA)

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