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Brenner des Jahres 2018

Der Bio-Landwirt Herbert Battlogg aus St.Anton/Montafon wurde als einer der drei besten Schnapsbrenner Vorarlbergs zum "Brenner des Jahres 2018" gekürt.
Der Bio-Landwirt Herbert Battlogg aus St.Anton/Montafon wurde als einer der drei besten Schnapsbrenner Vorarlbergs zum "Brenner des Jahres 2018" gekürt. ©Alexander Stoiser
Jedes Jahr vergibt die Landwirtschaftskammer Vorarlberg unter dem Motto „gewachsen, geerntet, gebrannt/gepresst in Vorarlberg“ den Titel „Brenner des Jahres“ an drei Schnapsbrenner, die dann diesen Titel bis zum Ende der jeweiligen eingereichten Charge für die Vermarktung führen dürfen.

Herbert Battlogg, Biobauer aus St.Anton/M, konnte 2018 einen dieser begehrten Titel erringen. Hauptberuflich ist der gelernte Tischler Waldaufseher der BH Bludenz für Bartholomäberg und Schruns. Er bewirtschaftet mit seiner Frau den Biohof Gavadura, zu dem neben den Streuobstwiesen zehn Mutterkühe (Vorarlberger Braunvieh) und rund 450 Hühner zählen. Eigene Produkte wie Eier, Nudeln, Fleisch und Edelbrände werden mehrheitlich direkt ab Hof vermarktet.Wie bist Du zum Brennen gekommen?

Unser Hof besitzt als einer von ca. 90 in Vorarlberg das unübertragbare große Theresianische Brennrecht. Damit dürfen 300 l Reinalkohl erzeugt und fremdes Obst zugekauft werden. Zum Brennen bin ich über meinen Vater gekommen. Nach seinem frühen Tod übernahm ich nicht nur den Hof, sondern führte aus traditionsbewusstsein auch mit meinen älteren Brüdern die Brennerei weiter.

Qualität oder Quantität?

Eindeutig Qualität. Ich verarbeite zwischen zwei und drei Tonnen Obst pro Jahr. Dabei kaufe ich nur wenig Obst zu. Hauptsächlich Sorten wie z.B. Marille, die auf eigenem Boden nicht in ausreichender Menge wachsen. Klein aber Fein ist mein Motto und wird es auch bleiben. Der Erhalt und Erzeugung der alten Sorten wie Zitronen- oder Rötelbirne sowie von Raritäten wie Vogelbeere und Enzian ist mir sehr wichtig.

Ist das deine erste Prämierung?

Nein. Nach mehreren Prämierungen von sortenreinen Bränden in den Jahren 2011 bis 2013 habe ich mich heuer mit 11 verschieden Sorten aus den letzten drei Jahren angemeldet. Davon wurden drei mit Gold, vier mit Silber und drei mit Bronze prämiert. Die Gesamtpunkteanzahl reichte dann zum Titel Brenner des Jahres.

Wie erreichst Du deine hohe Qualiät?

Grundvorraussetzung ist sauberes, reifes Obst und dass ich jeden Arbeitsschritt selber vor Ort durchführe. Weiters die richtige Temperatur bei der Vergärung, die je nach Sorte 10 bis 15 Tage dauert. Eingemeischt wird mit einer speziellen Reinzuchthefe und Zitronensäure, damit es keine unerwünschten Fehlgärungen gibt. Gebrannt wird unmittelbar beim Abklingen der Gärung. Der so gewonnene Reinalkohol wird einige Monate bei Kellertemperatur gelagert und anschließend mit weichem Wasser auf Trinkstärke von rund 42% eingestellt. Alles in Allem braucht es viel Erfahrung und die Bereitschaft aus Fehlern zu lernen. Eine Schulung der eigenen Sensorik im Rahmen der Ausbildung zum Edelbrandsommelier war sehr hilfreich.

Wie lange dauert der Vorgang?

Bis so eine Tonne Obst in rund 150 l fertigen Schnaps umgewandelt wurden bedeutet das ca. 60 Stunden Arbeit.

Was wird gebrannt?

In erster Linie brenne ich sortenrein. Falls von einigen Apfel bzw. Birnensorten zu wenig vorhanden ist, werden diese zu einem Obstler gebrannt.

Gibt es neue Pläne?

Für noch mehr Vielfalt und Geschmacksrichtungen experimentiere ich momentan mit der Lagerung in Eichenfässern. Dies wird von vielen Kunden momentan nachgefragt und der so erzeugte Apfelbrand ist hervorragend.

Wo bekommt man diese prämierten Schnäpse?

Direkt ab Gavadurahof in St.Anton. Weiters zählen auch verschiedene Hotels und Gastronomiebetriebe des Montafons zu meinen Kunden. Die qualitativ hervorragenden Brände gibt es in Flaschengrößen von 0,2, 0,35 und 0,5l.

 

Factbox:

Name: Herbert Battlogg

Jahrgang: 1972

Brennt seit: 1998

Wohnort: St.Anton/Montafon

Familenstand: verheiratet mit Alexandra, drei Kinder

Beruf: Waldaufseher und Biobauer

Hobbies: Biolandwirt mit Leib und Seele

 

 

 

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