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Bregenzer Festspiele unter Sobotka: Gut gebucht am See und im Haus

Karten für die Seeaufführung auf 179.000 aufgestockt, 80 Prozent verkauft.
Karten für die Seeaufführung auf 179.000 aufgestockt, 80 Prozent verkauft. ©D. Stiplovsek
Bregenz. Elisabeth Sobotka, die Neo-Intendantin der Bregenzer Festspiele, scheint mit der Auswahl der Programmpunkte für die 70. Ausgabe des Festivals richtig gelegen zu haben. 80 Prozent der bereits aufgestockten 179.000 Tickets für Puccinis "Turandot" als Spiel auf dem See sind schon verkauft und auch die Hausoper - heuer Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen" - ist besser nachgefragt als die Jahre zuvor.
Bregenzer Festspiele: Pressetag

Die 70. Bregenzer Festspiele starten am 22. Juli. Bis 23. August gelangen insgesamt 80 Veranstaltungen zur Aufführung. “Ich will den Tag nicht vor dem Abend loben”, sagte Geschäftsführer Michael Diem beim Pressetag in Bregenz, “aber ich glaube, wir werden sehr voll.” Für die Seeaufführung gebe es noch 30.000 Karten, allerdings nur noch im August für alle Kategorien. Für die Hausoper – die Inszenierung wird fünf Mal zu sehen sein anstatt wie bisher zweimal – wurden mit 7.700 Karten doppelt so viele aufgelegt wie in den Jahren zuvor. Davon seien “jetzt schon 50 Prozent mehr verkauft als in den vergangenen Jahren am Ende der Saison”, freute sich Diem.

Wetter war zu heiß für lange Proben

Dabei bergen “Turandot” und “Hoffmanns Erzählungen”, beides unvollendete Werke, durchaus ihre Tücken für die beiden Regisseure. “Turandot”-Regisseur Marco Arturo Marelli betonte etwa, wie schwer es sei, in einer derart kurzen Zeit mit drei Mannschaften ein derartiges Stück auf die Bühne zu bringen. Zudem habe sich das Wetter nicht günstig für die Proben gezeigt. “Bis gestern war es so heiß, dass wir oft nicht auf der Bühne bleiben konnten”, berichtete Marelli, der die Oper bereits drei Mal inszeniert hat.

Bregenzer Festspiele Pressetag Bregenz Festspielhaus
Bregenzer Festspiele Pressetag Bregenz Festspielhaus ©Sehr zufrieden zeigte sich Sobotka mit dem Probenfortschritt. (Bild: D. Stiplovsek)

Marellis Enthusiasmus für die Arbeit an der Seeoper zeigte sich, sobald er über die ausgewählte Version des Stückes und seine Art der Bearbeitung sprach. In Bregenz kommt erstmals in Österreich eine Fassung auf die Bühne, die bei der Uraufführung gestrichene Szenen des “Turandot”-Vollenders Franco Alfano wieder aufnimmt. Zudem will der Schweizer die psychologische Ebene des Stückes in den Vordergrund rücken. Als Mittel dazu dient ihm ein kreisrunder Deckel eines nach vorne geneigten Zylinders in der Mitte der Bühne, auf dem der Regisseur Traumszenen der Prinzessin einspielen will.

335 Tonnen schweres Bühnenbild

Marelli zeichnet auch verantwortlich für das opulente Bühnenbild am See, eine Nachbildung der Chinesischen Mauer, 27 Meter hoch, 72 Meter breit und 335 Tonnen schwer aus orangefarbenen, goldglitzernden Mauersteinen, sowie der Nachbildung von 205 etwa zwei Meter großen Terrakotta-Kriegern. Teilweise habe er dabei auch selbst Hand angelegt, etwa den Boden gestrichen. “Das war sehr meditativ, sonst ist eine Opernproduktion in Bregenz nicht meditativ”, scherzte er.

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08.07.151606 ©Das Bühnenbild: 27 Meter hoch, 72 Meter breit und 335 Tonnen schwer. (Bild: D. Stiplovsek)

Sehr zufrieden zeigte sich Sobotka mit dem Probenfortschritt. Die Atmosphäre sei “unglaublich spannend und inspirierend”, “einerseits sieht man ein Ende, andererseits sind gerade jetzt die allerlängsten Tage”, sagte Sobotka. “Stress gehört natürlich dazu”, ergänzte die Festspiel-Intendantin auf Nachfrage.

Neu im Programm des Festivals sind ein Opernstudio und ein Opernatelier. Bei letzterem sollen interessierte Zuschauer den gesamten Entstehungsprozess eines Werkes mitverfolgen können. Die Oper von Komponist Zessas Seglias soll dann “im Idealfall” 2017 in Bregenz ihre Uraufführung feiern. Das Opernstudio zollt dem Wunsch Sobotkas Rechnung, Nachwuchstalente in Bregenz auszubilden und zu fördern. Sechs junge Sänger erarbeiten in diesem Rahmen derzeit die Mozart-Oper “Cosi fan tutte”, die ab 17. August an vier Abenden im Bregenzer Kornmarkttheater präsentiert wird. Für eine Meisterklasse konnte die bayrische Sängerin Brigitte Fassbaender gewonnen werden, für Einblicke in ihre Arbeit mit den Künstlern wird das Opernstudio am 9. Juli für Publikum geöffnet.

70. Bregenzer Festspiele, 22. Juli bis 23. August,
mit u.a. “Turandot”, “Hoffmanns Erzählungen” –
Infos und Karten: bregenzerfestspiele.com

(APA)

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